65-jährige Lehrerin verteidigt ihre Vierlings-Schwangerschaft

Die 65-jährige Berliner Lehrerin, die mit Vierlingen schwanger ist, hat ihre Entscheidung für die künstliche Befruchtung verteidigt.

«Ich bin der Meinung, dass jeder sein Leben so leben sollte, wie er möchte», sagte Annegret R., die bereits 13 Kinder hat, in der RTL-Sendung «Extra». «Da es diese Möglichkeit gibt und sie auch von Tausenden Menschen genutzt wird, darf man die auch nutzen.» 

Die Russisch- und Englischlehrerin ließ sich mehrfach in der Ukraine fremde künstlich befruchtete Eizellen einsetzen, bis es schließlich mit der gewünschten Schwangerschaft klappte. Anders als die meisten anderen Frauen entschied sie sich dagegen, nur ein Baby auszutragen und die anderen eingenisteten Eizellen abzutöten. Jetzt ist sie im fünften Monat. 

Falls die Schwangerschaft gut verläuft, sollen die Vierlinge im Sommer zur Welt kommen. Bislang gebe es keine größeren Komplikationen, sagte der behandelnde Gynäkologe Kai Hertwig. Die größte Herausforderung sei jetzt, eine zu frühe Geburt zu verhindern. 

Einen Mann hat die alleinerziehende Mutter und siebenfache Großmutter nicht. «Meine Erfahrungen mit Männern waren immer diese, dass es immer der falsch war.» Die Kinder stammen von fünf Vätern. Das 1. Kind kam 1971 zur Welt, das 13. Kind im Jahre 2005. Schon damals trat sie mit ihrer Familie in einer Talkshow auf.

Auf die Frage, ob die Vierlinge in ihrer Pubertät nicht unter einer dann 80 Jahre alten Mutter leiden könnten, sagt Annegret R. nicht viel. Außer dass andere Leute sich nicht in ihre Entscheidungen einmischen sollten. Auch über ihre eigentliche Motivation spricht sie nicht viel, sondern sagt nur, dass ihre jüngste Tochter sich ein Geschwisterkind wünsche.

Für Prof. Holger Stepan vom Universitätsklinikum Leipzig birgt die Mehrlingsschwangerschaft sehr hohe Risiken für die Mutter und für die Kinder. «Der 65-jährige Körper ist definitiv nicht darauf ausgerichtet, eine Schwangerschaft auszutragen, nicht von einem Kind und schon gar nicht von Vierlingen», betont der Leiter der Geburtsmedizin. «Man kann die Risiken dieser Schwangerschaft nicht mehr seriös abschätzen.»

Männer und Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch entscheiden sich zusehends später für eine künstliche Befruchtung. 1997 waren Frauen bei einer solchen Behandlung im Schnitt 32,6 Jahre alt. 2013 wählten sie im Schnitt erst im Alter von etwa 35 Jahren diese Methode, wie aus jüngst verfügbaren Zahlen hervorgeht.

Experten sehen das skeptisch. «Das optimale Fruchtbarkeitsalter liegt immer noch bei unter 30 und nicht über 30 Jahren», sagte Tina Buchholz, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin. Auch bei den Männern, die Kinderwunschzentren aufsuchen, stieg das Alter - von rund 35 Jahren auf fast 39.