86 Tote bei Terroranschlag in Ankara

Bei dem Terroranschlag auf eine regierungskritische Friedensdemonstration in der türkischen Hauptstadt Ankara sind mindestens 86 Menschen getötet worden. 186 Menschen seien bei den Explosionen verletzt worden, sagte Gesundheitsminister Mehmet Müezzinoglu.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan erklärte: «Ich verurteile diesen abscheulichen Angriff zutiefst, dessen Ziel die Einheit, Solidarität und der Frieden unseres Landes gewesen ist.» Erdogan versprach eine Aufklärung des Anschlags, zu dem sich zunächst niemand bekannt.

Der Ko-Vorsitzende der pro-kurdischen Partei HDP, Selahattin Demirtas, machte die islamisch-konservative Staatführung für den Anschlag verantwortlich. «Das ist kein Angriff auf die Einheit unseres Landes oder dergleichen, sondern ein Angriff des Staates auf das Volk», sagte er. «Auch dieser Vorfall wird nicht aufgeklärt werden.»

Die HDP war nach eigener Einschätzung Ziel des Doppelanschlags. Die beiden Bomben seien am Samstag inmitten von HDP-Anhängern detoniert, teilte die Oppositionspartei mit. Augenzeugen hätten berichtet, es habe sich um zwei Selbstmordattentäter gehandelt.

Am Sonntag in drei Wochen sind in der Türkei Neuwahlen für das Parlament angesetzt. Mitte November ist in der Nähe der südtürkischen Stadt Antalya der G20-Gipfel geplant, an dem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel teilnehmen soll.