Abe schickt Opfergabe für umstrittenen Yasukuni-Schrein

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe hat erneut eine Opfergabe an den umstrittenen Yasukuni-Schrein übersandt. Abe schenkte ein Paar zeremonieller Zweige eines heiligen Baumes, besuchte den Schrein aber nicht selbst, wie das Shinto-Heiligtum im Herzen Tokios bekanntgab.

Abe schickt Opfergabe für umstrittenen Yasukuni-Schrein
Franck Robichon Abe schickt Opfergabe für umstrittenen Yasukuni-Schrein

Dafür pilgerte aber wie jedes Jahr zum Auftakt eines viertägigen Herbstfestes eine überparteiliche Gruppe von rund 100 Abgeordneten in den Schrein.

Im Yasukuni werden die 2,5 Millionen japanischen Kriegstoten verehrt, darunter auch verurteilte Kriegsverbrecher. Opfergaben und Pilgerbesuche hochrangiger Politiker in dem Heiligtum lösen immer wieder Spannungen mit den Nachbarländern China und Südkorea aus.

Abes Opfergabe signalisiert, dass er mit Blick auf die belasteten Beziehungen mit China und Südkorea diesmal den Schrein nicht besuchen wird. Er kommt am Samstag von einem asiatisch-europäischen Treffen aus Italien zurück. Abe hatte den Yasukuni zuletzt im Dezember besucht und damit die Beziehung zu Peking und Seoul schwer belastet. Chinas Staatspräsident Xi Jinping hat ein Treffen mit Abe bisher abgelehnt. Doch nun gibt es Anzeichen einer Annäherung. Abe hofft, Xi Jinping am Rande eines asiatisch-pazifischen Wirtschaftsgipfels im November in Peking treffen zu können.