Abgas-Skandal: Auch Audi erstattet Strafanzeige

Im Abgas-Skandal bei Volkswagen hat die VW-Tochter Audi Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Ingolstadt gestellt. «Damit wollen wir den Prozess der Aufklärung unterstützen», erklärte ein Audi-Sprecher.

Das Unternehmen arbeite eng mit den ermittelnden Behörden zusammen. «Wir dulden keine Geschäftspraktiken, die gegen geltendes Recht oder grundlegende Werte verstoßen», erklärte der Sprecher. Die Anzeige habe man «wegen sämtlicher nach deutschem Strafrecht in Betracht kommender Delikte» erstattet.

Zuvor hatten die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch) berichtet, dass die Staatsanwaltschaft Ingolstadt ein Prüfverfahren gegen Audi aufgenommen hat. «Wir prüfen derzeit alle Fakten, um entscheiden zu können, ob ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden muss», wurde Oberstaatsanwalt Wolfram Herrle zitiert.

Das Prüfverfahren solle nun an die Staatsanwaltschaft Braunschweig übersandt werden mit der Bitte, es zu übernehmen, erklärte Herrle. Sollte die Behörde in Braunschweig zustimmen, würde auch die von Audi erstattete Anzeige weitergereicht werden. Gegen die VW-Tochter selbst lägen in Ingolstadt keine Anzeigen vor, sagte Herrle.

VW hatte eingeräumt, dass weltweit bis zu 11 Millionen Autos von den Abgastest-Manipulationen betroffen sein könnten. Motoren vom Typ EA 189 wurden mit einer Software ausgestattet, die die Messung des Ausstoßes von Stickoxiden manipulierte.

Als Konsequenz war VW-Chef Martin Winterkorn von der Konzernspitze zurückgetreten, gegen ihn ermittelt inzwischen auch die Staatsanwaltschaft Braunschweig. Bei Audi sind weltweit 2,1 Millionen Fahrzeuge betroffen. Auch VW hatte zuvor Anzeige erstattet und dabei keine konkreten Beschuldigten genannt.