Abstiegskampf: Die halbe Bundesliga zittert

An der Tabellenspitze herrscht angesichts von sieben Punkten Vorsprung der Bayern auf den BVB Langeweile, im Abstiegskampf geht es dafür umso enger zu. Gleich die Hälfte aller 18 Bundesligisten zittert am 30. Spieltag noch um den Klassenverbleib.

Abstiegskampf: Die halbe Bundesliga zittert
Carmen Jaspersen Abstiegskampf: Die halbe Bundesliga zittert

Den Hamburger SV auf Platz zehn und den Vorletzten Frankfurt trennen nur sieben Punkte. Schlusslicht Hannover 96 hat nur noch theoretische Möglichkeiten. Im oberen Tabellendrittel kämpfen fünf Teams um die internationalen Plätze.

Der VfL Wolfsburg hat bei sechs Punkten Rückstand auf den Tabellensiebten Schalke 04 lediglich noch Außenseiterchancen auf die europäischen Wettbewerbe. Wolfsburg tritt vier Tage nach dem Champions-League-Aus in Madrid beim 16. in Bremen an. Verliert Werder, könnte dies das Aus für Trainer Viktor Skripnik bedeuten. So gab es von Sportchef Thomas Eichin für den Coach lediglich eine Jobgarantie für das Duell mit dem VfL.

Einen Trainerwechsel hat Frankfurt in der laufenden Saison schon hinter sich. Die Bilanz von Coach Niko Kovac, der das Amt von Armin Veh übernahm, ist mit drei Niederlagen in vier Spielen bislang allerdings wenig überzeugend. Ob sich die Punkteausbeute des Kroaten in Leverkusen verbessert, ist mehr als fraglich. Schließlich präsentierte sich Bayer zuletzt mit vier Siegen ohne Gegentreffer stark und hat als Tabellenvierter den Einzug in die Champions League im Visier.

Um die direkte Königsklassen-Qualifikation möglich zu machen, muss die Werkself allerdings die drittplatzierten Berliner überholen und bis zum Schluss hinter sich lassen. Hertha BSC schwächelte zuletzt und reist zu den wiedererstarkten Hoffenheimern. Das Team von Trainer Julian Nagelsmann hat zuletzt viermal in Serie nicht verloren, ist allerdings noch nicht gerettet. Dementsprechend ist dem 1899-Coach der Hype um seine Person ein wenig zu groß. «Ich bin nicht der beste Trainer der Welt», sagte er vor der Partie gegen den Hauptstadtclub.

Mit Aufsehen um seine Person kennt sich auch Augsburgs Trainer Markus Weinzierl aus. Der Fußball-Lehrer wird immer wieder mit anderen Vereinen in Verbindung gebracht, hat aktuell jedoch dringendere Probleme: Vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart trennen den FCA nur zwei Punkte von Relegationsplatz 16. Zwei Zähler mehr hat Darmstadt 98. Die «Lilien» empfangen im Duell der Aufsteiger den FC Ingolstadt. Der FCI kann bereits für ein weiteres Jahr Bundesliga planen.

Das wollen auch der 1. FC Köln und der Hamburger SV. Beide Mannschaften liegen sechs Punkte vor dem Relegationsplatz und haben die Chance, sich mit Siegen ihrer größten Sorgen zu entledigen. Leicht wird es nicht. Der FC spielt am Sonntag beim zuletzt heimstarken FSV Mainz 05, der HSV tritt bei Borussia Dortmund an. Drei Tage nach dem extrem bitteren Europa-League-Aus des BVB in Liverpool ist aus Hamburger Sicht zu befürchten, dass sich die Borussia vor eigenem Publikum den Frust von der Seele spielen will.

Ganz anders ist die Stimmung bei Bayern München. Das Champions-League-Halbfinale erreicht, die vierte Meisterschaft in Serie zum Greifen nah - und auch im DFB-Pokal ist der Titel möglich. Der Rekord-Titelträger empfängt am Samstag den FC Schalke 04. Die «Knappen» haben die Chance, sich für den Europapokal zu qualifizieren, sehen sich jedoch immer wieder Diskussionen um die Zukunft von Trainer André Breitenreiter ausgesetzt. «Wir müssen uns auf das konzentrieren, was wir beeinflussen können», sagte der Coach vor der Partie.