Abstimmung bei Welthandelskonferenz wegen Kuba vertagt

Nach der Einsprache Kubas gegen das auf Bali ausgehandelte Abkommen zur Liberalisierung des Welthandels ist die Abstimmung darüber vertagt worden.

Der Generaldirektor der Welthandelsorganisation (WTO) setzte eine weitere Beratungsrunde für Samstagmorgen an (10.00 Uhr Ortszeit/03.00 Uhr MEZ).

Dabei sollen zusammen mit den USA Formulierungen gesucht werden, die Kuba doch noch die Zustimmung ermöglicht, hieß es in WTO-Kreisen. Die Delegation des kommunistischen Inselstaates hatte zuvor - auch im Namen Boliviens, Venezuelas und Nicaraguas - erklärt, man lehne das Abkommen wegen des anhaltenden Handelsembargos der USA gegen Kuba ab. Mit der Erklärung hatte Kuba bis zu einer Probeabstimmung kurz vor der geplanten Abschluss-Sitzung der 9. Welthandelskonferenz gewartet.

155 Staaten der 159 stimmberechtigten WTO-Mitglieder hatten zuvor ihre Zustimmung zu dem ersten großen Abkommen zur Handelsliberalisierung seit fast 20 Jahren bekundet. Das größte Hindernis war am Freitag aus dem Weg geräumt worden: Indien und anderen Staaten erhalten mit dem Segen von USA und EU Ausnahmen von Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) bei der Subventionierung von Nahrungsmitteln für Arme. Im Gegenzug wurde der Weg frei für Handelserleichterungen, die Wachstum sowie viele Jobs vor allem in Entwicklungsländern bringen sollen.