ADAC findet IT-Sicherheitslücke bei BMW-Fahrzeugen

Vernetzte Autos sind bei BMW keine Zukunftsmusik. Die Münchner Nobelmarke bietet seit langem das System ConnectedDrive. Nun hat der ADAC eine Sicherheitslücke entdeckt: Die Autos ließen sich per Mobilfunk öffnen. Der Hersteller hat bereits reagiert.

ADAC findet IT-Sicherheitslücke bei BMW-Fahrzeugen
Lukas Barth ADAC findet IT-Sicherheitslücke bei BMW-Fahrzeugen

Technisch versierte Autodiebe hätten bis vor wenigen Wochen unter Umständen bei weltweit 2,2 Millionen BMW-Fahrzeugen via Mobilfunk die Türen öffnen können. Die Funktionen zum Entriegeln oder zum Steuern der Heizung seien bei Autos mit dem sogenannten ConnectedDrive-System über Jahre unzureichend gegen Hackerangriffe geschützt gewesen, teilte der ADAC mit. Das Problem wurde inzwischen behoben, wie eine BMW-Sprecherin sagte.

Der Autoclub hatte die Sicherheitslücke zufällig bei Tests entdeckt. Betroffen waren Autos, die seit März 2010 mit dem Vernetzungs-System ConnectedDrive ausgeliefert wurden.

Der ADAC hatte BMW vor der Veröffentlichung bereits im Juli 2014 über seine Entdeckung informiert. So habe die BMW die Sicherheit des Systems erhöhen können, «bevor überhaupt von außen aktiv Daten von Unbefugten abgerufen werden konnten oder auch nur ein Versuch dieser Art gestartet wurde», sagte die Sprecherin. Eine Fahrt in die Werkstatt sei dafür unnötig gewesen, betonte BMW. Die Anpassungen seien automatisch online erfolgt, ohne dass die Kunden etwas tun mussten.

ConnectedDrive vernetzt Fahrzeuge mit BMW über ein eingebautes Mobilfunkmodul. Das ermöglicht neben Internetfunktionen die Übertragung von Servicedaten sowie die Bedingung von Funktionen wie Heizung, Türverriegelung oder Klimaanlage via Smartphone-App. Genau diese Funktionen waren betroffen, denn anders als etwa der Internetzugang war dieses System weniger geschützt. Diese Verschlüsselung habe BMW inzwischen angepasst. Nun übertragen auch diese Systeme die Daten über eine geschützte https-Verbindung, wie etwa beim Online-Banking.

Der Autoclub hatte das Schlupfloch zufällig gefunden. «Wir haben gar nicht nach Sicherheitslücken gesucht. Wir wollten vor allem wissen, was für Daten solche Autos übertragen», sagte ADAC-Technikexperte Arnulf Thiemel. «Um das herauszufinden, hat unser Mobilfunkexperte das Steuergerät des Fahrzeugs angeschaut. Dort haben wir die Lücke gefunden.» Mit der nötigen Ausrüstung sei das Fahrzeug dann in wenigen Minuten geöffnet worden.

«Der technische Aufwand, um das Auto mit diesem Wissen zu öffnen, ist überschaubar. Es ist Hardware im Wert von unter 1000 Euro nötig und eine frei verfügbare Software», sagte Thiemel. Allerdings: Für einen Autodieb dürfte das Verfahren erheblich mehr Aufwand bedeuten, als das Fahrzeug mechanisch zu öffnen.