Adidas blickt nach enttäuschendem Jahr nach vorn

Adidas will das verkorkste Vorjahr abhaken und trotz der zum Teil anhaltenden Turbulenzen wieder durchstarten. «2014 war ein Jahr mit Höhen und Tiefen», räumte Vorstandschef Herbert Hainer ein.

Vor allem der wegbrechende Gewinn schmerzte die Franken. Dennoch zeigte sich Hainer zuversichtlich: «2015 werden wir mit all unseren Marken wachsen. Und dies, obwohl wir gegen den Vergleich mit dem WM-Jahr 2014 anlaufen und die Krise in der Ukraine unser Geschäft in Russland/GUS negativ beeinflusst.»

Im vergangenen Jahr hatte Adidas mehrere große Baustellen zu bewältigen: Das über Jahre hinweg äußerst erfolgreiche Golfgeschäft ging massiv zurück, auch auf dem US-Markt lief es schlecht. Darüber hinaus litt Adidas als Marktführer in Russland stark unter der Zurückhaltung der dortigen Verbraucher sowie dem Wertverfall des Rubel. Hinzu kamen weitere negative Währungseffekte etwa durch den argentinischen Peso und den brasilianischen Real.

Die Folge: Währungsbereinigt legte der Umsatz von Adidas im vergangenen Jahr zwar um sechs Prozent zu; in Euro bedeutete dies jedoch nur ein Plus von 2,3 Prozent auf 14,534 Milliarden. Zudem wirkten sich höhere Beschaffungskosten, verstärkte Lagerräumungen vor allem in Russland sowie niedrigere Gewinnspannen im Golfgeschäft auf die Marge aus. Am Ende vermeldete Adidas einen Gewinnrückgang um 22 Prozent auf 642 Millionen Euro.

Dabei wurden allerdings eine Wertminderung des Russland-Geschäfts sowie die inzwischen verkaufte Schuhmarke Rockport herausgerechnet. Diese Faktoren berücksichtigt, blieben unterm Strich 490 Millionen Euro übrig - nach 787 Millionen Euro im Vorjahr.

2015 sollen Erlöse wie Überschuss wieder steigen. Beim Umsatz erwartet der Konzern mit weltweit fast 54 000 Mitarbeitern währungsbereinigt ein Plus im mittleren einstelligen Bereich. Die 642 Millionen Euro Gewinn aus den fortgeführten Geschäftsbereichen sollen um sieben bis zehn Prozent zulegen.