Adler Mannheim fehlt ein Sieg zum siebten DEL-Titel

Mannheim (dpa) - Die Adler Mannheim stehen vor ihrer ersten deutschen Eishockey-Meisterschaft seit 2007. Dem Hauptrunden-Sieger fehlt nach dem 3:1 (2:0, 0:1, 1:0) in einer spannenden Partie gegen Titelverteidiger ERC Ingolstadt nur noch ein weiterer Sieg.

Adler Mannheim fehlt ein Sieg zum siebten DEL-Titel
Uwe Anspach Adler Mannheim fehlt ein Sieg zum siebten DEL-Titel

In einem spannenden fünften Finalspiel sicherte sich Mannheim gegen Ingolstadt den zweiten Sieg nacheinander und liegt in der Best-of-Seven-Serie nun mit 3:2 vorn. Mit einem Auswärtserfolg in Ingolstadt würde der Champion von 2007 wieder die Meisterschaft perfekt machen. Vor 13 600 Zuschauern trafen Jonathan Rheault (14. Minute), Andrew Joudrey (18.) und und Jamie Tardif (48.) für die Adler. Für die Ingolstädter war nur Ryan MacMurchy (22.) erfolgreich.

Bei den Adlern war das Selbstvertrauen aus der souverän gewonnenen Hauptrunde zurück - das zeigte sich zwei Tage nach dem Serien-Ausgleich in Ingolstadt. Beide Teams spielten nicht ganz so physisch wie zuletzt, die bereits gespielten vier Final-Duelle schienen ihren Tribut zu fordern. Bei den Mannheimern war Nationalstürmer Frank Mauer wieder dabei. Seine Beinverletzung vom Freitag hatte sich nicht als schwerwiegend herausgestellt.

Das erste Tor resultierte aus einer Unkonzentriertheit des ERC, der im Vorwärtsgang den Puck verlor. Rheault schaltete am schnellsten und nutzte die Gelegenheit zum 1:0. «Wir haben was vor. Wir wollten gut aus der Kabine kommen und das erste Tor erzielen», berichtete Christoph Ullmann bei ServusTV. Nur wenig später hatte Derek Hahn den Ausgleich auf dem Schläger, aber Adler-Nationaltorhüter Dennis Endras parierte auf dem Bauch liegend glänzend.

Als eine Strafe gegen den ERC angezeigt war, nutzte der sechsfache deutsche Meister das Sechs gegen Fünf zu einer Traumkombination über Brandon Yip und Ullmann. Am Ende erzielte Joudrey das 2:0 - es war das erste Adler-Tor in Überzahl in den Finalspielen.

Aber: Die Reste einer Zeitstrafe gegen Kai Hospelt waren gerade abgelaufen, da sorgte MacMurchy zu Beginn des zweiten Drittels für unzufriedene Gesichter bei den Adlern. In seinem ersten Playoff-Spiel nach Verletzung nutzte er eine Überzahlsituation zum Anschluss.

Den kleinen Dämpfer verdauten die Adler schnell. Ullmann traf den Pfosten (25.). Die Adler domierten auch ohne Tor klar. Bei Kontern wurde der ERC dennoch gefährlich. Nach 33 Minuten stand Jared Ross alleine vor Endras, brachte den Puck aber nicht im Tor unter. Drei Minuten später verhinderte Endras erneut den Ausgleich, als er einen von Ross abgefälschten Schuss mit dem Schlittschuh wegspitzelte.

Brenzlig wurde es in den letzten zwei Minuten vor der zweiten Pause. Ullmann schob seinem Kapitän Marcus Klink in dessen 500. DEL-Spiel für die Adler verbotener Weise den Schläger zu und musste zu Sinan Akdag auf die Strafbank. Doch Ingolstadt schlug aus einer Minute Fünf gegen Drei keinen Profit und ging mit dem 1:2 ins letzte Drittel.

Zwölf Minuten vor dem Ende rissen die Adler die Arme hoch - Tardif fälschte in Überzahl einen Schuss von Robert Raymond unhaltbar ab. Die Ingolstädter reagierten mit wütenden Angriffen. Mannheim konzentrierte sich zunehmend auf die Defensivarbeit. Zwei Minuten vor dem Ende nahm ERC-Coach Larry Huras Torhüter Pielmeier für einen Feldspieler vom Eis - doch ein Treffer sprang nicht mehr heraus.