AfD-Chef Lucke ist vor Hamburg-Wahl optimistisch

Der AfD-Vorsitzende Bernd Lucke geht trotz mäßiger Umfragewerte davon aus, dass es seine Partei in die Hamburger Bürgerschaft schafft. «Dem Wahlsonntag in Hamburg blicke ich sehr gelassen entgegen», sagte Lucke der Deutschen Presse-Agentur.

AfD-Chef Lucke ist vor Hamburg-Wahl optimistisch
Ingo Wagner AfD-Chef Lucke ist vor Hamburg-Wahl optimistisch

Schließlich seien auch die Ergebnisse der Landtagswahlen in den östlichen Bundesländern 2014 für die AfD deutlich besser gewesen als die Umfragewerte zuvor. Laut Umfragen liegt die AfD in Hamburg derzeit nur knapp über der Fünf-Prozent-Hürde.

Zwar hätten sich einige Bundestagsparteien zuletzt Ideen der AfD wie das kanadische Einwanderungsmodell und die Aufhebung des Arbeitsverbots für Asylbewerber zu eigen gemacht. Der Alternative für Deutschland gingen aber trotzdem nicht die Themen aus, sagte Lucke. Er sei zudem erfreut, dass seine Partei auch außerparlamentarisch auf Bundesebene etwas durchsetzen könne. Die Haltung der AfD zur Euro-Krise und zur EU sei immer noch ein Alleinstellungsmerkmal der Partei.» Auch mit ihren Ideen zur Lösung der Finanzierungsprobleme der Sozialversicherungen, in der Bildungspolitik und in ihrer Ablehnung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes schwimme seine Partei gegen den Strom.

Dass der Zerfall von Pegida der AfD geschadet haben könnte, glaubt Lucke nicht. Er sieht die Geschichte vom Aufstieg und Fall der Dresdner Bewegung eher als Warnung für Streithähne in der eigenen Partei: «Pegida hat gezeigt, wie schnell man sich durch Streit zerlegen kann. Das verstehen auch diejenigen in unserer Partei, die gerne mal Meinungsverschiedenheiten in die Öffentlichkeit tragen.» Lucke betonte, er selbst habe immer Distanz zu den «Patriotischen Europäern gegen die Islamisierung des Abendlandes» gewahrt und fühle sich durch den Niedergang der Bewegung jetzt in seiner Haltung bestätigt.

Mit Genugtuung blickt Lucke auch auf den stürmischen Satzungsparteitag Ende Januar zurück, bei dem sich eine Mehrheit für die von ihm forcierte Reduzierung der Parteispitze von drei auf einen Vorsitzenden ausgesprochen hatte: «Wir haben ein schwieriges Kapitel unserer Parteigeschichte hinter uns gebracht.» Auch diejenigen, die unterlegen seien, könnten mit der neuen Satzung gut leben: «Es hat keine Austrittswelle gegeben.»