AfD-Chef Lucke: Keine Bedrohung durch «Islamisierung»

Bernd Lucke, Parteichef der Alternative für Deutschland (AfD), sieht Deutschland nicht durch eine «Islamisierung» bedroht. Dennoch müsse die Zuwanderung stärker kontrolliert werden, sagte Lucke.

«Wir haben zum Teil erhebliche Einwanderung aus muslimischen Ländern und mit dieser Einwanderung verknüpfen sich viele Probleme», so Lucke am Samstag beim Bundeskongress der AfD-Jugendorganisation «Junge Alternative» (JA) in Bottrop. Er warf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) «Verlogenheit und Scheinheiligkeit» in der Zuwanderungspolitik vor - 2005 habe sie noch die gleiche Position wie die AfD vertreten.

Imame in deutschen Moscheen sollten sich nach den Vorstellungen von Lucke der Verfassung verpflichten: «Ich bin dafür, dass alle, die in muslimischen Gemeinden predigen, eine Verpflichtung auf das Grundgesetz und seine Werte unterschreiben sollten». «Dazu zählen der Gewaltverzicht, die Rechte der Frauen und der Respekt vor anderen Religionsgemeinschaften. Jemand, der diese Regeln nicht respektieren will, hat alle Freiheiten, das Land auch wieder zu verlassen.», so Lucke in einem Gespräch mit der «Rhein-Zeitung».

Zur islamfeindlichen Pegida-Bewegung sagte Lucke: «Pegida ist zunächst mal ein lokales Phänomen in Dresden, bei dem Bürger eine Vielzahl von unterschiedlichen Problemen der Integration, des Werteverlusts von Migranten auch aus muslimischen Familien, des Umgangs mit einer fremden Religionsgemeinschaft in dem Begriff Islamisierung zusammenfassen und darauf aufmerksam machen, dass sie sich damit unwohl fühlen und hier Ängste haben. Das ist legitim, solange man das in dem Bewusstsein tut, dass wir in Deutschland, also in dem Abendland, das dort verteidigt werden soll, Toleranz und Religionsfreiheit als ganz zentrale Werte haben.» Er grenze sich von Rassismus, Ausländer-, Fremden- und Islamfeindlichkeit ab, so Lucke auf die Frage, ob er sich von Pegida abgrenze.