AfD-Vize Gauland sieht Dresdner Pegida weiter als Verbündete

AfD-Vize Alexander Gauland sieht die Dresdner Pegida-Demonstranten weiterhin als natürliche Verbündete der Alternative für Deutschland (AfD).

AfD-Vize Gauland sieht Dresdner Pegida weiter als Verbündete
Bernd Settnik AfD-Vize Gauland sieht Dresdner Pegida weiter als Verbündete

«Wenn sie diese 19 Punkte angucken, die in Dresden bei Pegida-Demonstrationen verteilt werden, sind wir sehr nahe», sagte Gauland im Inforadio des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB). Auf die Frage, ob er so weit gehen würde, das Anti-Islam-Bündnis als natürlichen Verbündeten der AfD zu sehen, antwortete Gauland: «Jedenfalls was die Dresdner Pegida angeht: Ja.» Gauland hatte sich bereits im vergangenen Jahr entsprechend geäußert.

Die Fraktion der rechtskonservativen AfD im sächsischen Landtag will sich am späten Nachmittag erstmals mit den Initiatoren der Pegida-Bewegung treffen. AfD-Chef Bernd Lucke hatte zuvor in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur zur Vorsicht gemahnt. Gespräche seien in Ordnung, das sei aber noch kein Schulterschluss.

Die Pegida-Demonstrationen in Deutschland erregen indessen auch internationale Aufmerksamkeit. Ägyptische Religionsgelehrte zeigen sich besorgt über eine wachsende Islamophobie im Westen. Solche Bewegungen schürten Hass und bedrohten den sozialen Frieden, zitierte die ägyptische Nachrichtenseite «Shorouk News» eine vom Rat Dar al-Ifta veröffentlichte Erklärung am Mittwoch. Das Dar al-Ifta («Haus der Rechtsprechung») in Kairo gilt als eine der höchsten religiösen Einrichtungen Ägyptens. Seine Rechtsgutachten (Fatwas) gelten weltweit als Leitfäden für Muslime.

«Muslime sind ohne Zweifel fester Bestandteil im Gefüge Europas», heißt es in der Erklärung. Friedliches Zusammenleben und die Akzeptanz religiöser Minderheiten seien Zeichen von Demokratie und Zivilisation. Nur der Dialog untereinander und eine Kultur des Zusammenlebens könne Terrorismus verhindern.

Bürger in Norwegen organisieren über Facebook einen Protestmarsch nach dem Vorbild der Pegida-Bewegung in Deutschland. Via Facebook wurden etwa 500 Norweger zu dem Marsch unter der deutschen Abkürzung Pegida am kommenden Montag eingeladen. Bis Mittwoch hatten allerdings nur zwei Dutzend ihre Teilnahme zugesagt. Die Demonstranten wollen mit Fahnen durch die Innenstadt der norwegischen Hauptstadt Oslo ziehen. Norwegen wird seit 2013 von einer Koalition aus Konservativen und einwanderungskritischen Rechtspopulisten regiert.