AfD-Vize Petry will Pegida-Demonstranten weiter zuhören

Die AfD-Vizevorsitzende Frauke Petry will weiter den Dialog mit Anhängern der Pegida-Bewegung suchen.

«Die Tausenden von Menschen, die auf die Straße gegangen sind, sind es weiterhin wert, gehört zu werden», sagte die sächsische AfD-Fraktionschefin am Freitag im Westdeutschen Rundfunk. Es drohe weder eine Islamisierung noch eine Überfremdung Deutschlands. «Aber wir können uns der Tatsache nicht verschließen, dass es Probleme gibt. Probleme, die aus dem politischen Islam herrühren.»

Im Gespräch mit dem Hessischen Rundfunk betonte Petry, dass sich die AfD-Führung in der Bewertung der Bewegung einig sei. «Es gibt zwischen Bernd Lucke und mir in punkto Pegida keine Differenzen. Wir sind uns einig darüber, dass man mit den Menschen, die demonstrieren, sprechen muss.» Dass sich das Bündnis von seinem Vorsitzenden Lutz Bachmann getrennt hat, begrüße sie.

Ihr Parteikollege Alexander Gauland hatte sich zuvor in einem «Welt»-Interview (Freitag) von den verbliebenen Pegida-Organisatoren abgewandt. Mit dem Rücktritt von Sprecherin Kathrin Oertel sei Pegida für ihn «erledigt», sagte er. Die AfD kommt am Freitagabend in Bremen zu ihrem Parteitag zusammen. Der AfD-Vizevorsitzende Hans-Olaf Henkel warnte in einem Gastbeitrag für das «Handelsblatt» (Online) vor einem zu strammen Rechtskurs.