Afghanistans Präsident Ghani verurteilt Lynchmord an Frau

Der afghanische Präsident Aschraf Ghani hat den Lynchmord an einer mutmaßlich psychisch kranken Frau vor einer Moschee in Kabul scharf verurteilt.

Ghani habe angeordnet, dass Innenministerium und religiöse Gelehrte die Tat untersuchten, teilte sein Büro mit. Der Frau wurde vorgeworfen, den Koran verbrannt zu haben. Ein Mob erschlug sie und verbrannte ihre Leiche. Nach Angaben ihrer Eltern war das Opfer psychisch krank.

Auch die Vereinten Nationen verurteilten die Tat auf das Schärfste. Alle Menschen, die an dem Mord beteiligt gewesen seien oder ihn unterstützt hätten, müssten zur Verantwortung gezogen werden. Nach UN-Angaben war das Opfer 27 Jahre alt.

Ghani teilte mit, seine Regierung schütze islamische Werte und verurteilte Taten, die den Koran missachteten. Nur Gerichte könnten aber Recht sprechen. Wer außerhalb des Gesetzes Gewalt ausübe, werde dafür zur Rechenschaft gezogen. «Keinem Individuum ist es erlaubt, sich selber zum Richter zu erklären und andere gewaltsam in einer herabwürdigenden Art zu bestrafen.» Nach der Tat wurden nach Angaben der Polizei vier Verdächtige festgenommen.