Air Berlin begräbt Gewinnziel für 2013

Für das aktuelle Jahr hat Air Berlin seine Gewinnhoffnungen begraben - nun sollen sie 2014 erfüllt werden. Dann will Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft wieder einen Gewinn vor Zinsen und Steuern einfliegen, wie Vorstandschef Wolfgang Prock-Schauer am Donnerstag sagte.

Air Berlin begräbt Gewinnziel für 2013
Daniel Reinhardt Air Berlin begräbt Gewinnziel für 2013

Ob dann auch unterm Strich schwarze Zahlen stehen könnten, wollte das Management aber noch nicht offenlegen. Wegen der schwachen Hauptsaison sei 2013 operativ eine schwarze Null nicht mehr zu erreichen. «Wir hatten einen sehr schwierigen Sommer aufgrund der Temperaturen», sagte Prock-Schauer. Weil es in Deutschland so heiß war, seien viele Menschen nicht in den Süden verreist. Das habe alle Airlines getroffen. Für den Winter erwartet die Fluggesellschaft jetzt einen harten Preiskampf in der Branche.

Air Berlin werde die Markterwartungen in diesem Jahr «nur durch Einmaleffekte und sonstige betriebliche Erträge annähernd erreichen können», sagte Prock-Schauer. Analysten gehen dabei von einem Verlust in zweistelliger Millionenhöhe aus. Der Lufthansa-Konkurrent sucht nun nach Sondererlösen, um den Jahresverlust in Grenzen zu halten. Ob es sich dabei um Verkäufe handelt, wollte Finanzvorstand Ulf Hüttmeyer nicht sagen. Ende 2012 hatte Air Berlin sein Vielfliegerprogramm an den arabischen Partner Etihad verscherbelt.

Air Berlin hatte nach jahrelangen Verlusten einen harten Sanierungskurs eingeleitet. Das Programm Turbine laufe nach Plan, sagte Prock-Schauer. Im aktuellen Jahr habe es 200 Millionen Euro an Einsparungen gebracht. Dazu reduzierte Air Berlin unter anderem seinen Sommerflugplan um 80 Strecken. Bis Ende September fielen mehr als 560 Stellen weg. Insgesamt will die Fluggesellschaft mit rund 900 Arbeitsplätzen jeden zehnten Job streichen. Unter anderem werde dafür bis Jahresende das Kundencenter mit etwa 200 Beschäftigten ausgegliedert.

Im dritten Quartal flog Air Berlin einen Umsatz von 1,35 Milliarden Euro ein. Das sind 3,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, nachdem das Unternehmen die Flotte verkleinert und verlustbringende Strecken gestrichen hatte. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) stieg um 14 Prozent auf 116 Millionen Euro. Das Nettoergebnis ging um vier Prozent auf 101 Millionen Euro zurück. Selbst nach den Gewinnen der Hauptsaison ist die Fluggesellschaft jedoch ohne Eigenkapital unterwegs: Es lag Ende September bei minus sechs Millionen Euro. Hüttmeyer betonte jedoch, es gebe noch genügend Geld, um das Geschäft zu bestreiten.