Air France drohen Jobabbau und Streik

Bei der Fluggesellschaft Air France droht erneut der Wegfall vieler Arbeitsplätze. Es werde leider einen Plan zum deutlichen Stellenabbau geben, sagte der Chef des Mutterkonzerns Air France-KLM, Alexandre de Juniac, dem Radiosender Europe 1.

Air France drohen Jobabbau und Streik
Sipa Andanson Air France drohen Jobabbau und Streik

Auch die Flugzeugflotte und das Flugangebot der französischen Konzernsparte Air France sollen in den kommenden beiden Jahren schrumpfen. Die Gewerkschaften drohen bereits für diesen Montag mit Streiks.

Zahlen zum geplanten Stellenabbau nannte de Juniac nicht. Gewerkschaftskreisen zufolge stehen 2016 und 2017 bis zu 2900 Stellen auf dem Spiel, wie die französische Nachrichtenagentur AFP meldete. Eine Quelle aus dem Verwaltungsrt sagte demnach, diese Zahl sei von der Unternehmensführung als Schätzung dafür genannt worden, wie viele Mitarbeiter Air France im Jahr 2017 zu viel haben wird. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür nicht. Laut de Juniac sollen möglichst viele Stellen über freiwillige Vereinbarungen abgebaut werden. «Falls nötig» werde es aber auch Kündigungen geben.

Am Donnerstag waren Verhandlungen mit Gewerkschaftsvertretern gescheitert. Die Konzernspitze wollte die Gehälter einfrieren und die Produktivität durch Mehrarbeit erhöhen, konnte sich gegen die Verhandlungsführer der Piloten aber nicht durchsetzen.

Die Fluggesellschaft will mit den Kürzungen ihre seit 2011 andauernde Verlustserie beenden. Nun denkt die Konzernspitze darüber nach, wie tief die Einschnitte ausfallen sollen.

Mehrere Gewerkschaften riefen für Montag zu Streiks auf, das Unternehmen rechnet aber nicht mit allzu großen Störungen. Die Passagiere würden von Samstag an über die Entwicklungen informiert. Vor gut einem Jahr hatten die Air-France-Piloten den Flugbetrieb aus Protest gegen den geplanten Ausbau der Billigtochter Transavia für zwei Wochen lahmgelegt.

«Wir sind heute nicht wettbewerbsfähig genug», begründete de Juniac seine harte Haltung. Neuen Verhandlungen erteilte er zunächst eine Absage. Falls Gewerkschaften in den kommenden Wochen neue Vorschläge und eine «echte Gesprächsbereitschaft» vorlegten, sei die Tür aber nicht geschlossen.