Airbus-Geschäfte laufen wieder besser

Licht und Schatten bei Airbus: Trotz rückläufiger Auslieferungen sind die Geschäfte beim Luftfahrt- und Rüstungskonzern im Sommer deutlich besser gelaufen. Der Betriebsgewinn legte im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent auf 744 Millionen Euro zu, wie der Boeing-Rivale mitteilte.

Dazu trugen Passagierflugzeuge von Airbus mit 416 Millionen Euro den Großteil bei. Der neue Großraumflieger A350 steht kurz vor der Auslieferung und der Riesenjet A380 vor der Gewinnschwelle. Doch Neuaufträge für den weltgrößten Passagierflieger bleiben rar. Und der Militärtransporter A400M verärgert mit weiteren Verspätungen Käufer wie Deutschland. Der Flugzeugbauer muss nun zusehen, dass er Mehrkosten und mögliche Abbestellungen im Rahmen hält.

Für das Gesamtjahr sieht Vorstandschef Tom Enders den Konzern auf Kurs. So will der Konzern (Airbus Group) den Umsatz stabil halten und ähnlich viele Verkehrsflugzeuge ausliefern wie im Vorjahr, als 626 neue Maschinen den Weg zu den Kunden fanden. Die Zahl der Neubestellungen lag mit 791 Maschinen schon Ende September deutlich darüber. Der operative Gewinn vor Einmaleffekten soll moderat steigen. Die Airbus-Aktie reagierte mit einem Kurssprung auf die Nachrichten. Zeitweise legte das Papier an der Pariser Börse um 3,49 Prozent auf 49,365 Euro zu.

Das Ziel, in diesem Jahr bis zu zehn Exemplare der A400M auszuliefern, werde aber immer herausfordernder, räumte Airbus-Finanzchef Harald Wilhelm ein. Seit Januar haben erst vier Maschinen den Weg zu ihren Käufern gefunden. Der erste Flieger für die Bundeswehr lässt nach seinem Erstflug Mitte Oktober weiter auf sich warten. Auch nach der Auslieferung soll die Maschine für längere Flüge und Landungen auf unbefestigten Pisten zunächst nur eingeschränkt geeignet sein. Airbus verhandelt nun mit den Kunden darüber, wie es weitergeht. «Wir wollen höhere Mehrkosten vermeiden», sagte Wilhelm.

Besser läuft es mit dem neuen Großraumjet A350. Nach den Europäern hat auch die US-Behörde FAA die Zulassung für den Flieger erteilt. Nun soll die erste Maschine noch vor Jahresende bei Qatar Airways in den Liniendienst gehen. Ein Jahr später will Airbus die spritsparende Neuauflage des Mittelstreckenjets A320 folgen lassen. Die A320neo-Flieger sind längst zum Verkaufsschlager geworden.

Weitaus schleppender verkauft sich das Flaggschiff A380. 30 Exemplare will Airbus in diesem Jahr fertigstellen. Die Hoffnung von Verkaufschef John Leahy, die gleiche Zahl an Neubestellungen hereinzuholen, hat sich bislang nicht erfüllt. Seit Januar gingen 20 Bestellungen ein, außerdem fiel ein Auftrag der japanischen Fluglinie Skymark über 6 Maschinen weg. Trotzdem soll die Produktion ab 2015 so gut ausgelastet sein, dass Airbus mit der A380 erstmals Geld verdient - acht Jahre nach der Auslieferung des ersten Exemplars.

Obwohl Airbus im dritten Quartal weniger Maschinen auslieferte als ein Jahr zuvor, blieb der Umsatz des Konzerns mit 13,3 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Beim Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und außerordentlichen Posten (Betriebsgewinn) warfen auch Airbus Defence & Space (Rüstung/Raumfahrt und die Hubschrauber mehr Gewinn ab. Unterm Strich verbuchte Airbus beim Gewinn wegen Neubewertungen infolge des gestiegenen Dollarkurses zum Euro einen Einbruch um 41 Prozent auf 264 Millionen Euro. Airbus hatte sich wiederholt für eine Abschwächung des Euro eingesetzt. Der positive Effekt der Dollarstärke werde sich erst im kommenden Jahr niederschlagen, weil sich Airbus im laufenden Jahr noch abgesichert habe, erklärte Finanzchef Wilhelm. In den ersten neun Monaten stieg der Überschuss jedoch um 16 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro.