Akkord-Arbeit für Hausding: Synchron-Gold mit Klein

Die Siegesserie der Synchron-Wasserspringer Sascha Klein und Patrick Hausding geht auch unter schwersten Bedingungen weiter. Klein/Hausding gewannen bei der Schwimm-EM in London vom Turm ihr neuntes EM-Gold in Folge.

Akkord-Arbeit für Hausding: Synchron-Gold mit Klein
Sean Dempsey Akkord-Arbeit für Hausding: Synchron-Gold mit Klein

Hausding hatte nach seinem fünften Platz vom Drei-Meter-Brett nur etwa 20 Minuten Pause zwischen den beiden Entscheidungen und war zudem körperlich angeschlagen. «Es kam heute so viel zusammen. Alle Neune, eine perfekte Serie, damit haben wir uns ein bisschen legendär gemacht», sagte Hausding.

Die Weltmeister von 2013 lagen am Donnerstagabend ganze 0,96 Punkte vor den britischen Lokalmatadoren Tom Daley und Daniel Goodfellow, die bis zum Schluss-Durchgang noch geführt hatten. Rang drei ging an die Ukrainer Olexander Gorschkowozow/Maxim Dolgow.

Hausding hatte den ungewöhnlichen Zeitplan mit zwei olympischen Wettbewerben nacheinander zuvor kritisiert. «Das, was Patrick zu leisten hat, ist enorm schwierig. Der Wechsel vom Brett direkt zum Turm ist eine unheimlich starke Belastung. Großen Respekt», sagte Teamkollege Martin Wolfram.

Zuvor hatte Hausding nach dem zweiten Sprung eigentlich schon seine Kräfte für die direkt folgende Synchron-Entscheidung schonen können. Der Berliner verpasste als Fünfter vom Drei-Meter-Brett Edelmetall. Ein verpatzter dreieinhalbfacher Auerbach gehechtet kostete Hausding nahezu alle Chancen. Der Dresdner Martin Wolfram sprang in seiner Neben-Disziplin auf Platz neun. Europameister wurde Jewgeni Kusnetsow aus Russland vor dem britischen WM-Zweiten Jack Laugher und dem Ukrainer Illja Kwascha.

«Patrick ist ein großer Kämpfer», sagte Bundestrainer Lutz Buschkow über den angeschlagenen Hausding. Er hatte vom Drei-Meter-Brett im Vergleich zur Vorsaison seine Schwierigkeitsgrade gesteigert. Der 27-Jährige zeigte neben dem Auerbachsalto erstmals in einem internationalem Einzel-Wettkampf einen viereinhalbfachen Salto vorwärts. Doch der Mut zum Risiko wurde nicht belohnt.

Den Auerbachsalto brachte Hausding nicht gerade ins Wasser, Punkte nur zwischen 3,5 und 4,5 warfen ihn schon nach dem zweiten von sechs Sprüngen weit zurück. Auch dank des geglückten Delfinsaltos kämpfte sich Hausding von Platz elf vor dem letzten Sprung noch auf Rang vier vor, die Medaille war aber nicht mehr möglich.

Martin Wolfram aus Dresden zeigte bis auf einen misslungenen Delfinsalto eine solide Leistung. Der Turm-Europameister von 2015 kann derzeit wegen Arthrose im Schultereckgelenk noch nicht im Wettkampf von der Zehn-Meter-Plattform springen. Wolfram hofft auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio vom 5. bis 21. August. «Die Schulter ist noch nicht schmerzfrei. Das hindert mich daran, frei zu springen», sagte er.