AKP bei Türkei-Wahl überraschend deutlich vorne

Bei der Neuwahl zum Parlament in der Türkei liegt die islamisch-konservative Regierungspartei AKP Teilergebnissen zufolge überraschend deutlich vorne.

Nach Auszählung von mehr als zwei Dritteln der Stimmen kommt die AKP von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan auf mehr als 51 Prozent, wie türkische Fernsehsender am Sonntagabend meldeten. Sollte sich dieser Trend bestätigen, hätte die AKP die im Juni verlorene absolute Mehrheit wieder zurückerobert.

Zudem muss die pro-kurdische HDP um ihren Wiedereinzug ins Parlament bangen. Sie liegt nur noch knapp über der Zehnprozenthürde. Sollte die HDP nicht ins Parlament kommen, würde die AKP davon mit Abstand am meisten profitieren. Dann könnte sie sogar die notwendige Mehrheit für ein Verfassungsreferendum erreichen. Dafür sind 60 Prozent der 550 Sitze im Parlament notwendig. Erdogan will per Verfassungsänderung ein Präsidialsystem in der Türkei einführen.

Die Mitte-Links-Partei CHP kommt diesen Teilergebnissen zufolge auf gut 23 Prozent, die ultrarechte MHP auf mehr als 11 Prozent. Umfragen hatten nicht auf eine absolute Mehrheit für die AKP hingedeutet.

Die AKP hatte ihre absolute Mehrheit bei der Wahl im Juni erstmals seit Übernahme der Regierung im Jahr 2002 verloren. Nachdem Koalitionsgespräche scheiterten, rief Erdogan Neuwahlen aus. Die Opposition warf dem Präsidenten vor, eine Koalition verhindert zu haben, um Neuwahlen zu erzwingen.