Aktienmärkte schwanken nervös - Versorger stürzen ab

Der deutsche Aktienmarkt ist nervös hin und her geschwankt. Ein Kurseinbruch bei den Versorgern RWE und Eon rückte dabei in den Fokus.

Die ohnehin gebeutelten Papiere der Energiekonzerne stürzten zeitweise um bis zu 13 Prozent ab. Anleger blieben zudem vor der Leitzinsentscheidung der US-Notenbank am Donnerstagabend vorsichtig.

Der Dax arbeitete sich bis zum Nachmittag um 0,22 Prozent ins Plus auf 10 153,67 Punkte, während der MDax der mittelgroßen Aktienwerte 0,12, Prozent verlor auf 19 423,36 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax legte um 0,50 Prozent auf 1727,54 Punkte zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verteuerte sich am Nachmittag um 0,33 Prozent auf 3186,00 Punkte.

Die Diskussion um die Lasten aus dem Atomausstieg hat die Aktie von RWE auf ein neues Rekordtief gedrückt und auch bei Eon tiefe Spuren hinterlassen. Laut «Spiegel» fehlen den deutschen Energiekonzernen möglicherweise 30 Milliarden Euro an Rückstellungen. Am Freitag hatte das «Handelsblatt» bereits berichtet, dass die finanziellen Reserven wohl kräftig aufgestockt werden müssten. Das ergebe sich aus Stresstests der Regierung. Die Regierung dementierte die in der Presse genannten Zahlen. Die Aktien der beiden größten deutschen Energiekonzerne erholten sich daraufhin etwas, verloren zuletzt aber immer noch 6 bis 7 Prozent.

Der ZEW-Index aus Deutschland rückte angesichts dieser Turbulenzen etwas in den Hintergrund. Die Schwäche der Schwellenländer hatte im September auch die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten merklich belastet.

Autowerte waren gefragt: Selbst im traditionell schwachen Sommermonat August wurden erneut mehr Autos abgesetzt als im Vorjahreszeitraum, wie der Branchenverband Acea zum Start der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA in Frankfurt mitteilte. Die Papiere der Autobauer Daimler und BMW legten mehr als 1 Prozent zu. Volkswagen-Vorzüge verbesserten sich um ein halbes Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,50 (Montag: 0,48) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,41 Prozent auf 138,97 Punkte. Der Bund-Future fiel um 0,24 Prozent auf 154,83 Punkte. Der Wert des Euro stieg etwas: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1320 (1,1305) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8834 (0,8846) Euro.