Aktienmarkt leidet erneut unter Konjunktursorgen

Am deutschen Aktienmarkt kehren die Konjunktursorgen zurück. Der Dax weitete am Montag im Handelsverlauf seine Verluste aus und gab zuletzt 1,28 Prozent auf 8736,93 Punkte nach.

Damit knüpfte der Leitindex an die schlechte erste Hälfte der Vorwoche an, als er auf den tiefsten Stand seit September 2013 gefallen war. Der gute Lauf am Freitag hatte dem Dax am Ende aber noch die Woche gerettet.

In Deutschland waren die Erzeugerpreise im September gegenüber dem Vorjahr erwartungsgemäß um 1,0 Prozent zurückgegangen, und die Bundesbank warnte vor einer enttäuschenden heimischen Konjunkturentwicklung im laufenden zweiten Halbjahr.

Zudem könnte die seit Jahren andauernde Geldflut führender Notenbanken nach Einschätzung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zu einer neuen weltweiten Finanzkrise führen. Die BIZ ist die Dachorganisation der Notenbanken.

Der MDax der mittelgroßen börsennotierten Unternehmen sank um 0,60 Prozent auf 15 087,28 Zähler, während der TecDax um 0,55 Prozent auf 1158,04 Punkte nachgab. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 1,12 Prozent. Auch der US-Leitindex Dow Jones Industrial in New York wurde am Montag schwächer erwartet. Unter anderem drückten enttäuschende Quartalszahlen von IBM auf die Stimmung, sagten Börsianer.

Die Aktien von SAP verloren am Dax-Ende 3,67 Prozent. Weil Kunden zunehmend Mietsoftware aus der sogenannten Cloud beziehen und damit zu Beginn niedrigere Abo-Zahlungen leisten, senkte der Softwarekonzern das Jahresziel für seinen operativen Gewinn.

Derweil sprangen die Adidas-Aktien mit plus 4,45 Prozent an die Indexspitze. Wie das «Wall Street Journal» berichtete, hat eine Gruppe von Investoren einen Blick auf die US-Tochter Reebok geworfen.

Im MDax gewannen Metro als einer der besten Werte 0,63 Prozent. Der Handelskonzern spürte im vierten Quartal eine Verbesserung seiner Verkäufe und startet nach eigener Aussage zuversichtlich in das Weihnachtsgeschäft.

Den Aktionären von Borussia Dortmund (BVB) ist die Freude derweil abhandengekommen: Die fünfte Bundesliga-Niederlage im achten Saisonspiel ließ die Aktien von Deutschlands einzigem börsennotierten Fußballverein im SDax um 2,51 Prozent absacken. Seit dem Bundesliga-Auftakt Ende August verloren sie zuletzt bereits rund 20 Prozent.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,71 Prozent am Freitag auf 0,70 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,20 Prozent auf 137,93 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,10 Prozent auf 150,83 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2773 (Freitag: 1,2823) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7829 (0,7799) Euro.