Alcatel-Lucent will weltweit 10 000 Stellen abbauen

Der angeschlagene Telekomausrüster Alcatel-Lucent will weltweit 10 000 Stellen abbauen. Wie das mit hohen Verlusten kämpfende Unternehmen am Dienstag mitteilte, sollen allein in Europa, Nahost und Afrika 4100 Arbeitsplätze wegfallen.

Alcatel-Lucent will weltweit 10 000 Stellen abbauen
Daniel Karmann Alcatel-Lucent will weltweit 10 000 Stellen abbauen

Im asiatisch-pazifischen Raum sind 3800 und auf dem amerikanischen Kontinent 2100 Stellen von den Plänen betroffen. Wie viele der rund 3000 Stellen in Deutschland von dem Abbau betroffen sind, konnte eine Sprecherin zunächst nicht sagen. Die größten Standorte des Telekomausrüsters befinden sich hierzulande in Stuttgart mit etwa 1400 Stellen und Nürnberg mit etwa 500 Stellen.

Der Arbeitsplatzabbau ist Teil eines Projekts, mit dem Alcatel-Lucent seine Fixkosten bis Ende 2015 um mindestens eine Milliarde Euro - beziehungsweise mehr als 15 Prozent - senken will. Nach Informationen der Wirtschaftszeitung «Les Echos» sollen von dem Stellenabbau insgesamt 15 000 Personen betroffen sein. Demnach ist allerdings auch geplant, rund 5000 neue Jobs zu schaffen.

Global sollten die zentralen Ressourcen auf halb so viele Standorte verteilt werden wie bisher, hieß es aus der Konzernzentrale in Paris. Das Unternehmen wolle sich künftig auf Lösungen für IP- und Cloud-Netze sowie Breitbandzugangstechnik für Fest- und Mobilfunknetze konzentrieren.

Es gehe darum, die industrielle Zukunft von Alcatel-Lucent dauerhaft zu sichern, kommentierte der seit April amtierende Chef Michel Combes. Dafür seien «schwierige Entscheidungen» notwendig. Gewerkschaftsvertretern zufolge will Combes im Stammsitzland Frankreich die Standorte Toulouse und Rennes komplett schließen. Drei Weitere sollten verkauft werden.

Alcatel-Lucent war im vergangenen Jahr wegen des scharfen Konkurrenzkampfs, der Krise in Europa und einer Milliardenabschreibung wieder einmal tief in die roten Zahlen gestürzt. Unter dem Strich stand ein Minus von 1,37 Milliarden Euro. Allein im ersten Halbjahr 2013 kamen nun noch einmal 1,24 Milliarden Euro Verlust hinzu.

Einen Gewinn hatte der Konkurrent von Ericsson und Nokia Solutions and Networks nur 2011 erzielt. Zwischen 2007 und 2010 häufte das Unternehmen Verluste von 9,5 Milliarden Euro an. Es war 2006 durch den Zusammenschluss des US-Konzern Alcatel mit dem französischen Wettbewerber Lucent entstanden.

An der Börse wurden die Sparpläne am Dienstag positiv aufgenommen. Der Wert der Aktien stieg bis zum späten Vormittag um rund 1,5 Prozent.