Alexijewitsch empfindet Nobelpreis als Verpflichtung

Die weißrussische Schriftstellerin Swetlana Alexijewitsch sieht ihren Literaturnobelpreis als eine Verpflichtung, sich auch weiter für Demokratie und Menschenrechte einzusetzen.

Alexijewitsch empfindet Nobelpreis als Verpflichtung
Kay Nietfeld Alexijewitsch empfindet Nobelpreis als Verpflichtung

«Ich habe das Gefühl, eine Verantwortung zu tragen», sagte sie am Samstag bei einem Auftritt in der Bundespressekonferenz in Berlin. «Enttäuscht oder erschöpft sein geht nicht mehr.»

Die 67-jährige erzählte, wie der umstrittene weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko ihr am Donnerstag einige Stunden nach der Verkündung in Stockholm persönlich gratuliert habe.

«Das war ein bisschen komisch.» Der russische Präsident Wladimir Putin und Regierungschef Dimitri Medwedew hätten sich nicht gemeldet. «Ich habe gesagt, dass sie die Ukraine besetzt haben, dass es eine Okkupation war, und da war die Liebe von Putin und Medwedew natürlich hin.»

Alexijewitsch nannte es ihr Anliegen, Romane aus den wahren Geschichten von Menschen zu schreiben. «Es ist der Versuch, die Zeit zu erfassen, sie festzuhalten, etwas aus dem Chaos herauszuholen, in dem wir leben.»

Sie mache mit ihren Interviews aber keine journalistische Arbeit. «Ich sammle das Material wie ein Journalist, aber ich arbeite damit als Literat.»