Alles grün in Düsseldorf - Shrek begeistert bei Premiere

Begeisterte Fans hatte Shrek nicht erst beim Schlussapplaus: Grün, grün, grün waren Kleider, Schlipse, Strumpfhosen, Ketten und Haarbänder im Publikum, als sich am Sonntag im Capitol Theater in Düsseldorf der - selbstverständlich grün-glitzernde - Vorhang hob.

Alles grün in Düsseldorf - Shrek begeistert bei Premiere
Kevin Kurek Alles grün in Düsseldorf - Shrek begeistert bei Premiere

Grün ist auch die Hautfarbe von Shrek, dem Oger, einem unförmigen Fantasiewesen, das zufrieden in seiner Hütte im Sumpf lebt, im Schlamm badet und für sein Leben gern Ungeziefer frisst. So lange, bis er von dem feigen Zwergenkönig Lord Farquaad gezwungen wird, die schöne Prinzessin Fiona aus ihrem verzauberten Turm zu befreien. Der Lord braucht eine Königin, hat aber selbst viel zu viel Angst vor dem Abenteuer.

Fiona träumt schon seit 8423 Tagen von ihrem Retter - einen hässlichen Oger hat sie nicht erwartet. Shrek hingegen will eigentlich nur seinen Sumpf retten, Gefühle können ihm gestohlen bleiben. Das ungleiche Märchenpaar verliebt sich trotzdem ineinander - gar nicht märchentypisch wetteifern sie im Liebes-Duett mit lauten Fürzen und Rülpsern und haben jede Menge Spaß dabei. Dass das nicht peinlich, sondern sympathisch wirkt, liegt an der gut getroffenen Balance zwischen Herzschmerz und teils derbem Witz.

In der Entertainment-Welt der Menschen ist der grüne Held mit dieser Mischung schon ganz schön herumgekommen: Zuerst war er nur eine Comicfigur, 1990 gezeichnet von dem US-Cartoonisten William Steig. Dann aber eroberte Shrek mit seinem Märchenreich die Kinos, wurde zum Kassenschlager und bekam sogar einen Oscar für den besten animierten Spielfilm. Der Sprung auf die Musicalbühne des Broadway war da nur noch eine Frage der Zeit, und auch am Londoner Westend stand Shrek schon auf dem Programm.

Für die deutsche Spielzeit wurde Shreks Märchenwelt etwas verändert. So waren in Düsseldorf zum ersten Mal die Textübersetzungen von Heiko Wohlgemuth zu hören. Zur Crew der Märchenfiguren gehören hier auch typisch deutsche Charaktere: Struwwelpeter und Max und Moritz singen und tanzen zwischen Frau Holle und Peter Pan.

Aufwendige Bühnentechnik gibt den Szenen eine filmmäßige Tiefe; so zum Beispiel, wenn ein liebestoller pinkfarbener Riesendrache Shrek, Fiona und ihren treuen Freund, den Esel, durch die Wälder jagt. Die Gospelsängerin Deborah Woodson gibt dem Drachen ihre Stimme und bekommt dafür Szenenapplaus.

Neben Shrek-Darsteller Andreas Lichtenberger und Bettina Mönch als Fiona gewann vor allem Esel Andreas Wolfram in Düsseldorf die Herzen der Zuschauer. Für Abwechslung sorgte zwischendurch ein steppendes Rattenballet oder blinde Mäuse in weißen Glitzer-Outfits als Go-Go-Girl-Truppe.

Die eigentliche Überraschung aber ist das Happy End: Nicht der Oger wird zum schönen Prinzen, sondern die Prinzessin zur Ogerin. Und als am Ende der bunte Chor der Märchenfiguren «Freie Fahrt für Freaks» forderte, hielt es die Zuschauer kaum mehr auf den Plätzen. «Bei dieser Inszenierung werden auch die Erwachsenen das Kind in sich wieder entdecken», hatte Regisseur Andreas Gergen vor der Premiere versprochen. Beim Schlussapplaus wird klar: Das ist gelungen.