Alonso verteilt in Suzuka Weintrauben und Komplimente

In der Box verteilte Fernando Alonso am Freitag sogar Weintrauben, gut gelaunt und mit einem Lächeln. Seine Mechaniker und ein paar VIPs kamen beim Training zum Großen Preis von Japan in den unverhofften Genuss.

Alonso verteilt in Suzuka Weintrauben und Komplimente
Diego Azubel Alonso verteilt in Suzuka Weintrauben und Komplimente

Alonso hatte ebenfalls Freude dabei. Überhaupt wirkte der Spanier, der aktuell zum größten Spekulationsobjekt in der Formel 1 geworden ist, vor den sportlichen Entscheidungen in Suzuka ausgesprochen entspannt.

Selbst als es um das brisante Dauerthema ging: Alonso und seine Zukunft bei Ferrari. Als ein Journalist im Motorhome der Scuderia die recht eindeutige Frage stellte, ob er sagen könne, er fahre 2015/16 nicht für McLaren und auch nicht für Red Bull, erwiderte Alonso: «Diese Frage ist sehr schwer zu beantworten.» Er tue das Beste für Ferrari. Und irgendwie schien er wieder zu lächeln. Von Aufgeregtheit bei dem Thema wie noch zwei Wochen zuvor in Singapur keine Spur mehr.

Eigentlich ist er bis mindestens Ende 2016 an die Scuderia gebunden. Solange läuft der Vertrag des mittlerweile 33-Jährigen. Hartnäckig wabert aber durchs Fahrerlager, dass Motorenhersteller Honda zu seiner Rückkehr im kommenden Jahr als Partner von McLaren den zweimaligen Champion verpflichten will. Es sei noch keine Entscheidung gefallen, wer 2015 für McLaren-Honda fahren soll, versicherte Hondas Motorenchef Yasuhisa Arai am Freitag.

Alles nur Pokern? Niemand weiß, wie leistungsstark und zuverlässig der neue Antrieb für den McLaren sein wird. Das britische Traditionsteam, bei dem Alonso 2007 schon mal ein schlagzeilenträchtiges Intermezzo abgeliefert hatte, fährt mittlerweile seit fast zwei Jahren einem Sieg hinterher. Von Titeln ganz zu schweigen. Wäre das eine Verbesserung?

Mit Ferrari konnte Alonso zumindest phasenweise im Kampf um die Krone seit seiner Ankunft zur Saison 2010 mitfahren. Auch wenn Titel Nummer drei in der Karriere des Spaniers nach den Championaten 2005 und 2006 mit Renault ausblieben. «Wenn Du Titel gewinnst, denken die Leute, dass Du der Beste bist. Wenn Du keine Titel gewinnst, werden die Leute nie denken, dass Du der Beste bist», sagte Alonso.

Sein letzter Grand-Prix-Sieg liegt auch schon fast anderthalb Jahre zurück, im Mai 2013 gewann er sein Heimrennen in Spanien. «Ich lebe für meinen Job, ich bereite mich vom 1. Januar bis zum 31. Dezember eines Jahres für das vor, was ich fahre. Das ist hier nicht anders. Nur ist es hier etwas besonderes», sagte er im Motorhome von Ferrari und legte noch ein paar wohlwollende Worte nach: Es sei das beste Team in der Welt. Zu einem Bekenntnis für das beste Team ließ er sich aber nicht hinreißen. «Wir werden sehen», meinte Alonso.