Alstom setzt Rotstift in Deutschland an

Wegen sinkender Nachfrage und Überkapazitäten will der französische Industriekonzern Alstom in Deutschland an mehreren Standorten Hunderte Stellen streichen.

Betroffen sind Stuttgart, Neumark in Sachsen und Wiesbaden, wie Deutschland-Chef Alf Henryk Wulf am Mittwoch ankündigte. Wie viele Jobs jeweils wegfallen, sagte er jedoch nicht. Der Manager verwies auf laufende Verhandlungen.

Zuvor hatte der Siemens-Konkurrent wegen Überkapazitäten vor allem im Unternehmensbereich Stromerzeugung konzernweit den Wegfall von 700 Stellen angekündigt, hauptsächlich in Deutschland und der Schweiz. Der Anteil hierzulande werde aber höher sein als der im Nachbarland, so Wulf.

Für einen Teil des Standorts in Sachsen mit rund 200 Mitarbeitern, wo unter anderem Kraftwerkskomponenten hergestellt werden, soll nach seinen Worten ein Käufer gesucht werden. Betroffen von den Plänen sind demnach rund 90 Mitarbeiter. Bleibe die Suche erfolglos, werde dieser Teil im kommenden Jahr geschlossen.

Weltweit will der französische Konzern mit seinen zuletzt etwa 93 000 Mitarbeitern etwa 1300 Stellen abbauen. In Deutschland beschäftigte Alstom zuletzt rund 9000 Menschen. Neben Kraftwerken baut das Unternehmen unter anderem TGV-Züge, Fern- und Nahverkehrsbahnen sowie Hochspannungs-Schaltanlagen.