Amanda Knox erwartet ungeduldig das Urteil

Die Amerikanerin Amanda Knox erwartet das Urteil des obersten Gerichts in Italien über ihre Verurteilung wegen Mordes an einer britischen Austauschstudentin wie «auf glühenden Kohlen».

Die 27-Jährige könne wegen der anstehenden Entscheidung des Kassationsgerichts in Rom «kein Auge zutun und nicht schlafen», sagte ihr Verteidiger Carlo Dalla Vedova in Rom.

Das Gericht muss entscheiden, ob Knox und ihr Ex-Freund Raffaele Sollecito zurecht wegen des Mordes an der Britin Meredith Kercher vor siebeneinhalb Jahren zu langen Haftstrafen verurteilt wurden.

Das Urteil - das mittlerweile fünfte in dem spektakulären Justizkrimi - wird am späten Freitag erwartet. Knox ist seit einem Freispruch aus voriger Instanz in ihrer US-Heimat Seattle. Das Gericht zog sich nach den Schlussplädoyers der Verteidigung am Mittag zu Beratungen zurück.

Der Kassationsgerichtshof in Rom kann die Verurteilung von Knox zu 28 Jahren und sechs Monaten und des Italieners Sollecito zu 25 Jahren entweder bestätigen oder das Urteil kippen und an ein anderes Gericht zurückverweisen. Kercher wurde am 1. November 2007 in der italienischen Stadt Perugia vergewaltigt und ermordet. Knox und Sollecito beteuern ihre Unschuld.

Die Verteidigerin von Sollecito, Giulia Bongiorno, sagte in ihrer Abschlussrede, die Verurteilung sei von schwerwiegendem Fehlern und Widersprüchen gezeichnet. «Während der Gewalt gegen Meredith hat er einen Zeichentrickfilm angeschaut. Raffaele Sollecito ist ein Unschuldiger, der in eine spektakuläre und gigantische Affäre hineingeschlittert ist, der er sich wie Forrest Gump nicht bewusst war. Sprechen Sie ihn frei.»