Amanda Knox' Ex-Freund: Ich bin kein Mörder

Der Angeklagte Raffaele Sollecito hat im neuen Prozess um den Mord an der Britin Meredith Kercher seine Unschuld betont.

«Sie haben mich als kalten und erbarmungslosen Mörder hingestellt, ich bin nichts von alledem», sagte der Ex-Freund der mitangeklagten US-Amerikanerin Amanda Knox vor dem Berufungsgericht in Florenz. «Ich bitte sie demütig, auf die Realität dieser Geschichte zu schauen und den großen Fehler zu sehen, der gemacht wurde, um mir die Möglichkeit zu geben, wieder ein Leben zu haben», sagte der Italiener in einer freiwilligen Erklärung.

Sollecito (29) und Knox (26) müssen sich seit September erneut für den Mord an Kercher im November 2007 vor Gericht verantworten. Die Britin war damals mit durchschnittener Kehle in ihrem WG-Zimmer in Perugia gefunden worden. Sollecito äußerte sich nun erstmals in dem Prozess. Knox hatte angekündigt, nicht wieder nach Italien zurückzukehren. Sie und Sollecito waren 2009 zu langen Haftstrafen verurteilt und später freigesprochen worden, bevor Italiens höchstes Gericht anordnete, den Fall neu aufzurollen.

Er sei stolz darauf, ein ehrlicher Mensch zu sein und auf seine Familie, die nie Probleme mit der Justiz gehabt habe, sagte Sollecito in seinem emotionalen Statement, an dessen Ende er mit den Tränen kämpfte. Sein Leben habe sich durch den Tod von Meredith komplett verändert. «Hier in Italien bin ich immer unter Beobachtung», sagte er. Zum Zeitpunkt des Mordes habe er kurz vor dem Studienabschluss gestanden und mit Knox seine «erste wirkliche Liebe» erlebt.