Amazon-Mitarbeiter wollen jüngste Streikwelle am Mittwoch beenden

Der Streit um einen Tarifvertrag beim Online-Versandhändlers Amazon zieht sich immer weiter hin. Die gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten wollen heute den dritten Tag in Folge die Arbeit niederlegen.

Amazon-Mitarbeiter wollen jüngste Streikwelle am Mittwoch beenden
Roland Weihrauch Amazon-Mitarbeiter wollen jüngste Streikwelle am Mittwoch beenden

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte die Mitarbeiter der Verteilzentren in Bad Hersfeld, Leipzig, Graben bei Augsburg sowie Werne und Rheinberg (beide NRW) zu Streiks seit Montagmorgen aufgerufen.

Daran haben sich nach Angaben der Gewerkschaft bislang täglich etwa 2000 Mitarbeiter beteiligt. Amazon zählte am Montag 1400 Streikende, am Dienstag hätten sich insgesamt unter 1650 Mitarbeiter beteiligt. Die Aktion kurz vor Beginn des wichtigen Weihnachtsgeschäfts hat nach Angaben des Versandhändlers keine Auswirkungen auf das Geschäft. Kunden erhielten ihre Ware pünktlich.

Verdi versucht seit mehr als einem Jahr, das Unternehmen mit Streiks zu Tarifverhandlungen zu den vorteilhafteren Bedingungen des Einzelhandels zu bewegen. Die Gewerkschaft verlangt eine Bezahlung nach dem Tarif des Einzel- und Versandhandels sowie Schutzregeln zu Arbeitszeiten, Urlaub oder Pausen. Amazon sieht sich selbst jedoch als Logistikunternehmen und lehnt das ab. Das Unternehmen verweist auf flexible Leistungen wie Aktienzuteilungen, Altersvorsorge und Sonderzahlungen zu Weihnachten.

Eine Annäherung in dem Streit ist nicht in Sicht. Der Online-Versandhändler erklärte am Dienstag, die Mehrheit der bundesweit insgesamt rund 9000 Beschäftigten arbeite regulär.

Der Streik in Bad Hersfeld, Leipzig, Graben und Rheinberg soll Verdi zufolge am Mittwoch bis zum Ende der Spätschicht dauern. In Werne sollte zunächst bis einschließlich Dienstag zum Ende der Spätschicht gestreikt werden - die Beschäftigten beschlossen laut Verdi dann aber, ihren Ausstand auch bis Mittwoch zu verlängern.

Am größten Amazon-Logistikzentrum in Bad Hersfeld will Verdi am Mittwoch über mögliche weitere Streiks beraten. In München ist am Mittwoch eine Kundgebung vor der deutschen Amazon-Zentrale geplant.