Angeblicher Hoeneß-Banker setzt sich in die Schweiz ab

Ein Schweizer Banker, der im Zusammenhang mit der Steueraffäre um Uli Hoeneß von Polen nach Deutschland ausgeliefert werden sollte, hat sich in seine Heimat abgesetzt.

Angeblicher Hoeneß-Banker setzt sich in die Schweiz ab
Steffen Schmidt Angeblicher Hoeneß-Banker setzt sich in die Schweiz ab

«Wir wissen, dass sich die Person jetzt in der Schweiz befindet», sagte eine Sprecherin der Bank auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Der Mann sei aus gesundheitlichen Gründen zurückgekehrt.

Zuvor hatten die «Neue Zürcher Zeitung» und der Banker-Blog «Inside Paradeplatz» berichtet, der 61-jährige frühere Vontobel-Banker sei von Warschau aus, wo er mit seiner polnischen Frau wohnte, in die Schweiz gereist. Nach Medienberichten, die von Behörden bislang nicht bestätigt wurden, soll der Schweizer in den 1990er Jahren bei Vontobel Hoeneß' Finanzgeschäfte betreut haben.

Die Warschauer Staatsanwaltschaft hatte am 23. November erklärt, man bereite die Auslieferung des Mannes nach Deutschland vor. Das Bezirksgericht habe gegen eine Kaution von einer Million Zloty (etwa 250 000 Euro) auf einen Haftbefehl verzichtet. Dem Schweizer sei verboten worden, Polen zu verlassen, sein Pass sei eingezogen worden.

Das Münchner Landgericht hatte Hoeneß am 13. März wegen Steuerhinterziehung zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Am 2. Juni musste er ins Gefängnis, am 20. September bekam er seinen ersten Ausgang. Unklar ist, wann Hoeneß Freigänger wird.