Angst vor frühem US-Zinsanstieg drückt Dax ins Minus

Ein starker US-Arbeitsmarktbericht hat den Dax ins Minus gedrückt. Die Daten implizierten, dass die amerikanische Notenbank Fed die Leitzinsen früher als erwartet anheben könnte, schrieb Volkswirt Paul Ashworth von Capital Economics.

Bereits nach einem freundlichen Start waren die Gewinne beim deutschen Leitindex immer weiter abgebröckelt - zum Schluss notierte er 0,91 Prozent tiefer bei 9291,83 Punkten.

Damit büßte der Dax auch sein zwischenzeitliches Wochenplus ein - der Verlust von 0,38 Prozent ist der erste nach drei positiven Wochen. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es am Freitag um 0,19 Prozent auf 16 209,98 Punkte nach unten. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,35 Prozent auf 1256,39 Punkte.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss 1,20 Prozent schwächer bei 3064,92 Punkten. Bei den nationalen Indizes in Paris und London fiel die Entwicklung uneinheitlich aus. Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial zeigte sich zum europäischen Handelsende kaum bewegt.

In den USA war die Arbeitslosenquote im Oktober entgegen der erwarteten Stagnation auf 5,8 Prozent gefallen. Experte Ashworth rechnet daher mit einem ersten Zinsschritt der Fed bereits im März 2015. Bedenken über einen frühen Leitzins-Anstieg in den USA hatten die Aktienmärkte in den vergangenen Monaten immer wieder belastet, gilt doch das billige Geld der US-Notenbank als einer der wichtigsten Kurstreiber der vergangenen Jahre.

Auf Unternehmensseite überzeugte die Allianz die Anleger mit der Aussicht auf eine höhere Gewinnbeteiligung. Zudem freuten sich die Anleger über gute Quartalszahlen des Versicherungskonzerns. Entsprechend eroberten die Aktien als einer der wenigen Gewinner im Index mit plus 3,59 Prozent die Dax-Spitze.

Schlusslicht waren dagegen die Papiere von Lanxess, die mit minus 3,49 Prozent ihre Talfahrt fortsetzten. Der Chemiekonzern hatte die Aktionäre am Donnerstag auf einen Verlust im laufenden Jahr eingestimmt, woraufhin der Kurs bereits um 7 Prozent eingebrochen war.

Bei Rhön-Klinikum hielt sich das Interesse an den Zahlen in Grenzen. Mit plus 0,83 Prozent entwickelten sich die Aktien aber besser als der MDax. Nach dem Verkauf eines Großteils seiner Kliniken im Frühjahr befindet sich das Unternehmen bei seinem strategischen Umbau auf der Zielgerade. Spannend bleibt der laufende Aktienrückkauf zu 25,18 Euro mit anschließender Kapitalherabsetzung. Allerdings verläuft die Transaktion bisher eher schleppend. Der Rückkauf endet am 14. November.

Der im TecDax gelistete Mobilfunkanbieter Freenet konnte trotz guter Quartalsresultate nicht überzeugen. Die Aktien traten mit minus 0,02 Prozent auf der Stelle. Dagegen ging es für die Morphosys-Titel um 2,03 Prozent hoch. Das Biotechnologie-Unternehmen kann sich Hoffnung auf eine weitere Zulassung in den USA machen. Die jüngsten Zahlen enthielten laut einem Experten keine Überraschungen.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,70 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,06 Prozent auf 138,05 Punkte. Für den Bund-Future ging es um 0,15 Prozent auf 151,35 Punkte hoch. Der Euro notierte bei 1,2426 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,2393 (Donnerstag: 1,2517) Dollar festgesetzt, der Dollar kostete damit 0,8069 (0,7989) Euro.