Anhaltend lockere EZB-Geldpolitik beflügelt Dax

Die Aussicht auf weiter billiges Notenbankgeld hat dem Dax am Nachmittag einen Schub gegeben. Der deutsche Leitindex baute seine ohnehin merklichen Tagesgewinne aus und notierte zuletzt 2,40 Prozent höher bei 10 289,35 Punkten. Damit knüpfte er an die moderaten Vortagsgewinne an.

Die Europäischen Zentralbank (EZB) hat den Leitzins von 0,05 Prozent unverändert gelassen. EZB-Chef Mario Draghi versprach, diese Niedrigzinspolitik fortzusetzen, bis die Inflation sich in die gewünschte Richtung entwickle. Dies begünstigt Aktien, da festverzinsliche Anlagen in einem solchen Umfeld kaum eine Rendite abwerfen. Bereits vor den Draghi-Aussagen hatten eine freundlich erwartete Wall Street und erfreuliche Wirtschaftsdaten aus der Eurozone den Dax angeschoben.

Der MDax der mittelgroßen Werte gewann 1,82 Prozent auf 19 722,78 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 2,72 Prozent auf 1722,25 Punkte vor. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 2,03 Prozent auf 3263,70 Punkte hoch.

Die vergangenen Tage war es für den Dax wegen der Turbulenzen an Chinas Börsen meist bergab gegangen. Am Donnerstag und Freitag bleiben diese aber geschlossen: Das Land feiert den 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges in Asien.

Im Dax sorgten vor allem Analystenkommentare für deutliche Kursaufschläge. Die Aktien des Dialysespezialisten FMC eroberten mit plus 4,50 Prozent die Indexspitze, nachdem die US-Investmentbank Goldman Sachs nun eine Kaufempfehlung ausspricht. Für die Titel des Autozulieferers Continental ging es um 3,23 Prozent hoch. Auch hier half eine Kaufempfehlung von der schweizerischen Bank UBS.

Derweil hinkten die Titel des Energieversorgers Eon dem Markt mit plus 0,25 Prozent erneut hinterher. Bereits am Mittwoch hatten die Anleger wegen Sorgen um die Atom-Altlasten die Finger von den Aktien gelassen.

Am Rentenmarkt stagnierte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 0,58 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,05 Prozent auf 138,28 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,45 Prozent auf 153,79 Punkte. Der Kurs des Euro fiel während der EZB-Pressekonferenz auf 1,1128 US-Dollar. Zuvor hatte die EZB den Referenzkurs auf 1,1229 (Mittwoch: 1,1255) US-Dollar festgesetzt; der Dollar kostete damit 0,8906 (0,8885) Euro.