Anklage: Ex-Bankchef Breuer studierte Aussage vor Gericht ein

Der ehemalige Chef der Deutschen Bank, Rolf Breuer, soll sich durch Rollenspiele in einem Probeprozess gezielt auf Aussagen vor dem Oberlandesgericht München vorbereitet haben, um damit Schadenersatzforderungen der Kirch-Erben abzuwehren.

«Für diesen Probeprozess hatten die Prozessanwälte nicht nur Fragen, sondern auch schon Antworten für den Angeschuldigten Dr. Breuer entworfen», heißt es in der Anklage wegen versuchten Prozessbetrugs, die die Staatsanwaltschaft am Dienstag vor dem Landgericht München vortrug. In dem Rollenspiel habe einer der Prozessanwälte auch den Richter gespielt, vor dem Breuer damals aussagen musste.

Leo Kirch hatte bis zu seinem Tod stets Breuer und die Deutsche Bank für die Pleite seines Medienkonzerns verantwortlich gemacht. Breuer habe ihn mit einer öffentlichen Äußerung über die mangelnde Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe «erschossen», um später an der Sanierung seines Konzerns zu verdienen.

In dem Prozess um Schadenersatz hatte Breuer dagegen gesagt, die Bank habe keine Pläne für einen Beratungsauftrag Kirchs gehabt. Diese Aussage war nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft falsch. Sie wirft Breuer, seinen Nachfolgern Josef Ackermann und Jürgen Fitschen, sowie zwei weiteren Ex-Managern versuchten Prozessbetrug vor. Die Angeklagten hatten die Vorwürfe zurückgewiesen.