Anklage: Fitschen wusste von falschen Angaben vor Gericht

Der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, hat nach Ansicht der Münchner Staatsanwaltschaft von falschen Angaben ehemaliger Vorstandskollegen im Kirch-Prozess gewusst.

Er habe aber nichts dagegen unternommen, heißt es in der Anklage gegen Fitschen und vier Ex-Manager der Bank, die die Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht München vortrug. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm sowie seinen Vorgängern Josef Ackermann und Rolf Breuer sowie Ex-Aufsichtsratschef Clemens Börsig und Ex-Vorstand Tessen von Heydebreck versuchten Prozessbetrug in einem besonders schweren Fall vor.

Alle fünf sollen sich auf eine Version der Geschehnisse in der Zeit vor der Pleite der Kirch-Gruppe im Jahr 2002 geeinigt haben, um damit Schadenersatzforderungen der Erben des Medienunternehmers Leo Kirch abzuwenden. Fitschen selbst soll zwar nicht aktiv falsch vor Gericht ausgesagt haben, durch vage und unschlüssige Angaben aber die Linie seiner Kollegen mitgetragen haben. Alle Angeschuldigten hatten die Vorwürfe vor Prozessbeginn zurückgewiesen.