Ankläger fordern lebenslange Haft für Karadzic

Die Ankläger beim UN-Kriegsverbrechertribunal für das frühere Jugoslawien haben lebenslange Haft für den ehemaligen Serbenführer Radovan Karadzic gefordert. Das geht aus dem am Freitag in Den Haag veröffentlichten Grundlagenpapier zum Schlussplädoyer hervor.

Ankläger fordern lebenslange Haft für Karadzic
Michael Kooren Ankläger fordern lebenslange Haft für Karadzic

Eine lebenslange Haftstrafe sei «die einzig angemessene Strafe». Am Montag beginnen die Schlussplädoyers in dem fast fünf Jahre dauernden Prozess vor dem UN-Tribunal.

Karadzic muss sich für Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnienkriegs verantworten. Er soll für den Völkermord von Srebrenica 1995 verantwortlich sein. Damals hatten serbische Einheiten die damalige UN-Schutzzone überrannt und rund 8000 muslimische Jungen und Männer ermordet. «Karadzic war bei weitem die mächtigste Person» in der sogenannten serbischen Republik, heißt es in dem 781 Seiten umfassenden Papier der Anklage.

Der frühere Psychiater und Dichter war 2008 nach 13 Jahren im Versteck gefasst worden. Karadzic beteuert seine Unschuld. Ein Urteil wird Ende 2015 erwartet.