Ankunft von Verstärkung in Kobane bleibt offen

Unterstützt durch Luftschläge der internationalen Koalition haben Kurden im Irak und in Syrien im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nach eigenen Angaben Boden gutgemacht.

Ankunft von Verstärkung in Kobane bleibt offen
Sedat Suna Ankunft von Verstärkung in Kobane bleibt offen

Im Nordirak hätten kurdische Peschmerga-Kämpfer am Samstag nahe Mossul die strategisch wichtige Stadt Sumar und umliegende Dörfer wieder unter ihre Kontrolle gebracht, berichtete ein Kurdenvertreter.

In Syrien übernahmen die Volksschutzeinheiten (YPG) nach Angaben eines kurdischen Aktivisten einen wichtigen Hügel am Rande der Kurdenenklave Kobane nahe der türkischen Grenze.

Weiter offen blieb, wann die angekündigten 200 irakisch-kurdischen Peschmerga-Kämpfer zur Verstärkung der syrisch-kurdischen Volksschutzeinheiten nach Kobane gelangen. Das Peschmerga-Ministerium der Autonomieregion Kurdistan in Erbil dementierte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa einen Bericht des Nachrichtenportals «Rudaw», wonach sich 150 Soldaten bereits an diesem Sonntag auf den Weg in die Stadt machen wollen. Der Bericht sei falsch.

Die Bewegung der Streitkräfte werde unter strengster Geheimhaltung erfolgen, da es sich hierbei um eine militärische Angelegenheit handele. Die Peschmerga sollen über türkisches Territorium nach Kobane gelangen. Die Erlaubnis hat die türkische Führung in Ankara bereits erteilt.

Auch etwa 1300 Kämpfer der Rebellengruppe «Freie Syrische Armee» (FSA) wollen sich den Kurden in Kobane anschließen. Am Freitag gaben die oppositionellen FSA-Kämpfer aus der Provinz Aleppo die Entscheidung zur Entsendung von Einheiten bekannt - zu denen auch gemäßigte islamistische Gruppen gehören. Kurdische YPG-Vertreter haben die syrischen Rebellentruppen aber gebeten, nicht über türkisches Territorium nach Kobane zu kommen, sondern die Dschihadisten von syrischem Gebiet aus anzugreifen.

Das US-Militär und Verbündete flogen laut dem US-Zentralkommando in Tampa (Florida) am Freitag und Samstag einen weiteren Schlag gegen den IS nahe Kobane. 22 neue Luftangriffe gab es demnach zugleich im Irak, die meisten davon nahe dem Mossul-Damm.

Die Talsperre ist seit langem umkämpft. Ein Zusammenbruch des ohnehin maroden Dammes könnte Flutwellen von 20 Metern Höhe zur Folge haben, die die Kraft hätten, große Teile der Millionenstadt Mossul mitzureißen.

Die Peschmerga-Truppen würden den IS in der Region Mossul weiter angreifen, sagte der Kurdenvertreter. Sein Bericht über die Rückeroberung der Stadt Sumar wurde der irakischen Nachrichtenseite Al-Sumaria News auch von einem Peschmerga-Kommandeur bestätigt.

Die Terrororganisation Islamischer Staat kontrolliert seit Juni große Gebiete in Syrien und im Irak. Im August begannen im Irak die internationalen Angriffe gegen die Dschihadisten, seit Ende September fliegt die Koalition auch Kampfeinsätze in Syrien.

Der syrische Bürgerkrieg verschlechtert inzwischen auch die Lage im Libanon immer weiter. Bei heftigen Kämpfen zwischen der Armee und radikal-islamischen Bewaffneten im Norden des Libanon starben sechs Soldaten, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur NNA.