Anleger halten sich am Ende eines guten Börsenjahres zurück

Am letzten Handelstag eines insgesamt erfreulichen Börsenjahres 2015 haben die deutschen Aktienkurse etwas nachgegeben. Der Leitindex Dax fiel am Morgen um 0,47 Prozent auf 10 809,48 Punkte. Tags zuvor hatte er um rund 2 Prozent zugelegt.

Der MDax büßte am Morgen 0,85 Prozent auf 20 761,99 Punkte ein. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,28 Prozent auf 1838,05 Zähler nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel um 0,40 Prozent.

Der Handel in Frankfurt dauert noch bis 14.00 Uhr. An Silvester und an Neujahr bleibt die Börse geschlossen. Erster Handelstag im neuen Jahr ist damit Montag, der 4. Januar.

Für den Dax zeichnet sich nach der Jahresend-Rally der vergangenen Tage für 2015 ein Plus von insgesamt rund 10 Prozent ab. Es war aber ein von starken Schwankungen geprägtes Börsenjahr: Zwischen dem Jahrestief im September bei 9325 Punkten und dem Rekordhoch im April bei 12 390 Zählern liegen mehr als 3000 Punkte.

Gestützt wurden die Kurse wieder einmal vom Billiggeld der Zentralbanken, das seit Jahren die Aktienmärkte antreibt. Mitte des Jahres hatten jedoch Konjunktursorgen deutliche Spuren hinterlassen. Kopfschmerzen bereiteten den Anlegern unter anderem der Kursrutsch an den chinesischen Börsen und der anhaltende Ölpreisverfall.

Am Mittwoch entwickelten sich die Aktien der in diesem Jahr arg gebeutelten Versorger in unterschiedliche Richtungen. So fielen die Papiere von Eon um 0,17 Prozent, während die Anteilsscheine von RWE um 0,73 Prozent stiegen. Beide Konzerne haben mit den Folgen der Energiewende sowie mit Sorgen um die Finanzierung der Atom-Altlasten zu kämpfen.

Auf Jahressicht haben RWE-Aktien inzwischen mehr als die Hälfte an Wert eingebüßt, bei Eon beträgt das Minus derzeit rund 38 Prozent. Damit sind sie die größten Verlierer im Dax.

Die Nase vorn im Leitindex haben auf Jahressicht aktuell die Aktien von Adidas mit einem Plus von rund 57 Prozent. Der Sportwarenhersteller blickt wieder zuversichtlicher in die Zukunft. Vor allem bei der Kernmarke läuft es rund.

Die Papiere von Infineon und Fresenius liefern sich mit Jahresgewinnen von jeweils gut 50 Prozent ein Wettrennen um den zweiten Platz im Dax. Bei dem Chipkonzern sorgten ein positiver Ausblick auf 2016 sowie der Zukauf des US-Konzerns International Rectifier für gute Laune, während der Medizinkonzern vor allem von einem starken Infusionsgeschäft der Tochter Kabi profitiert.