Anleger halten sich nach US-Arbeitsmarktdaten weiter zurück

Der Dax hat am Freitag einen Teil seiner Vortagesgewinne abgegeben. Auch der US-Arbeitsmarktbericht für den Oktober lieferte unter dem Strich nur wenige Impulse.

Experten gaben zu bedenken, dass nach den starken Gewinnen der vergangenen Wochen zumindest kurzfristig die Luft etwas raus sein könnte. Zu viele Aktien seien zu gut gelaufen, um ohne einen kleinen Rückschlag weiter zu steigen, schrieb Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar in einem Kommentar.

Der deutsche Leitindex stand am Nachmittag 0,33 Prozent tiefer bei 9346,12 Punkten. Auf Wochensicht zeichnet sich damit aber immer noch ein kleines Plus ab. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gewann am Freitag 0,16 Prozent auf 16 267,62 Punkte, der Technologiewerte-Index TecDax zog um 0,28 Prozent auf 1264,25 Punkte an. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel hingegen um 0,71 Prozent.

In den USA war die Arbeitslosenquote im Oktober überraschend auf 5,8 Prozent gefallen. Größere Sorgen über einen früher als bisher erwarteten Leitzins-Anstieg in den USA scheinen die Daten bei den Investoren nicht geweckt zu haben - derartige Bedenken hatten in den vergangenen Monaten immer wieder zu Kursverlusten geführt.

Aus konjunktureller Sicht bleibe der US-Arbeitsmarkt eine wahre Freude, kommentierte Volkswirt Thomas Gitzel von der Liechtensteiner VP Bank. Da aber angesichts des jüngsten Ölpreis-Rückgangs wenig für einen nennenswerten Inflationsdruck in den kommenden Monaten spreche, könne die US-Notenbank einer robusten Wirtschaftsentwicklung zunächst gelassen zuschauen.

Auf Unternehmensseite überzeugte die Allianz die Anleger mit der Aussicht auf eine höhere Gewinnbeteiligung. Der Versicherer will seinen Aktionären statt 40 Prozent künftig die Hälfte des Überschusses als Dividende ausschütten. Die Aktien verteuerten sich an der Dax-Spitze um rund 5 Prozent.

Am Dax-Ende setzten die Papiere von Lanxess ihre Talfahrt mit minus 3,88 Prozent fort. Der Chemiekonzern hatte die Aktionäre am Donnerstag auf einen Verlust im laufenden Jahr eingestimmt, woraufhin der Kurs um 7 Prozent eingebrochen war.

Die Papiere des Mobilfunkanbieters Freenet stiegen nach überraschend guten Quartalszahlen um 0,78 Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,70 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,06 Prozent auf 138,05 Punkte. Für den Bund Future ging es um 0,13 Prozent auf 150,94 Punkte nach unten. Der Kurs des Euro gab nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2393 (Donnerstag: 1,2517) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8069 (0,7989) Euro.