Anleger werden vom Optimismus der US-Notenbank angesteckt

Dank des Rückenwindes aus den USA dürften die Anleger optimistisch in die neue Woche gehen. «Eine mögliche Zinserhöhung in den Vereinigten Staaten hat ihren Schrecken verloren», schrieb Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research.

Anleger werden vom Optimismus der US-Notenbank angesteckt
Fredrik Von Erichsen Anleger werden vom Optimismus der US-Notenbank angesteckt

Die Investoren seien erleichtert darüber, dass die US-Wirtschaft nun stark erscheine für einen kleinen Zinsschritt im Sommer, sagte Saurenz. Vor kurzem noch wurde die Erwartung steigender Zinsen negativ für Aktien gewertet, weil Anleihen relativ attraktiver werden. Derartige Sorgen sind aktuell offenbar kaum ein Thema mehr.

Am Freitag schloss der Dax mit einem Plus von 0,13 Prozent bei 10 286,31 Punkten. In den letzten Tagen hatten erfreuliche US-Konjunkturdaten Anlass zur Freude gegeben. Dank der wieder aufgehellten Stimmung am Aktienmarkt verzeichnete der Dax ein ordentlichen Wochenplus von 3,73 Prozent.

«Die jüngste Kommunikationsoffensive der Fed hat klar gemacht, dass in der US-Notenbank grundsätzlich eine Tendenz zu höheren Zinsen besteht», schrieb Analyst Christoph Balz von der Commerzbank. Sollte die Notenbank tatsächlich bereits im Juli und nicht erst im Dezember zur Tat schreiten, wäre der Schock für den Markt nicht mehr so groß.

Nach einem ruhigen Wochenstart - die Märkte in den USA und auch in Großbritannien bleiben am Montag wegen eines Feiertags geschlossen - dürfte die Fed die Konjunkturdaten genau daraufhin abklopfen, ob sich die Wirtschaft tatsächlich belebt. Die Notenbank hofft auch, dass sich der Arbeitsmarkt weiter stabilisiert.

Am Donnerstag meldet sich dann die Europäische Zentralbank zu Wort. Zinserhöhungen würden bei dem Treffen gewiss kein Thema sein, schrieb Analyst Christian Apelt von der Landesbank Helaba. Vielmehr werde die Notenbank ihre sehr expansive Geldpolitik wohl unverändert lassen. Das Billiggeld der Notenbanken ist bereits seit Jahren die wichtigste Triebfeder für den Aktienmarkt.

Allerdings warnen Marktbeobachter auch vor zu viel Blauäugigkeit im Aktienmarkt. Schließlich rückt die Volksabstimmung über einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union immer näher. Sie ist für den 23. Juni geplant. Experten zufolge könnte ein Brexit die Finanzmärkte kräftig durchschütteln.

Auf Unternehmensseite sollten sich die Anleger den Dienstag vormerken. Dann wird Volkswagen seine Quartalszahlen vorlegen. Der Abgas-Skandal dürfte auch im neuen Jahr seine Spuren in der Bilanz des Autobauers hinterlassen haben. Ferner lohnt sich ein Blick auf Schaeffler. Der Autozulieferer steht wohl vor dem Sprung in den MDax. Den Platz räumen müsste voraussichtlich Wincor Nixdorf.