Anleger werden vorsichtig nach Dax-Rekordjagd

Die Anleger im Dax haben nach zehn Gewinnwochen in Folge Kasse gemacht. Am Nachmittag stand das Börsenbarometer 1,26 Prozent tiefer bei 11 887,30 Punkten.

Die Geldflut der Europäischen Zentralbank hatte den deutschen Leitindex seit Jahresbeginn massiv getrieben. Er erklomm einen Höchststand nach dem nächsten und war erstmals über 12 200 Punkte gesprungen. Nach dieser Rekordfahrt warnen viele Experten immer lauter vor Rückschlägen.

Der MDax der mittelgroßen Werte rutschte zuletzt um 1,22 Prozent auf 20 685,01 Punkte ab. Der Technologiewerte-Index TecDax büßte 1,15 Prozent auf 1633,46 Punkte ein. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,77 Prozent nach unten.

«Während der Dax in den vergangenen Wochen stark von einem schwächeren Euro profitierte, belastete der starke Greenback die US-Börsen», schrieb Marktbeobachter Andreas Paciorek von CMC Markets. Mit einer wieder anziehenden europäischen Gemeinschaftswährung könnte sich dieses Bild umkehren und der Dax wieder abhängiger von der Entwicklung der Wall Street werden, ergänzte er.

Auch das Thema Griechenland findet an der Börse weiter Beachtung. Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras ist am Montag zu seinem ersten offiziellen Besuch in Berlin eingetroffen. Bei dem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merke wird es um den Finanzbedarf seines Landes gehen. Nach der verbalen Eskalation der Vortage gab es von beiden Seiten zuletzt Signale der Entspannung. Vor diesem Hintergrund hatte sich der Euro etwas erholt und kostete zuletzt mehr als 1,09 US-Dollar.

Unter den Einzelwerten im Dax zählten Papiere der Deutschen Bank mit einem Kursplus von 0,27 Prozent zu den drei einzigen Gewinnern. Sie profitierten von Spekulationen über Umbaupläne des größten deutschen Geldinstituts. Laut Medienberichten sieht der radikalste Vorschlag in der laufenden Debatte über die künftige Ausrichtung die Abspaltung des kompletten Privatkundengeschäfts vor.

Dagegen zeigten sich die Autobauer schwach. BMW, Daimler und Volkswagen (VW) verloren zwischen rund zweieinhalb und mehr als 3 Prozent. Die Aktien der Branche waren seit dem Jahresbeginn allerdings dank des billigen Euro und der damit verbesserten Exportaussichten auch sehr gut gelaufen.

Lufthansa-Aktien fielen um rund anderthalb Prozent. In der vergangenen Woche hatten die Papiere noch dank des niedrigen Ölpreises zugelegt. Der mehrtägige Pilotenstreik ist inzwischen twar beendet, doch nun steht der Airline gleich der nächste Tarifkonflikt ins Haus - diesmal mit dem Bodenpersonal.

Die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere fiel von 0,14 Prozent am Freitag auf 0,13 Prozent. Der Rentenindex Rex gab um 0,02 Prozent auf 140,63 Punkte nach. Der Bund-Future büßte 0,09 Prozent auf 158,71 Punkte ein. Der Eurokurs stieg: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0912 (Freitag: 1,0776) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9164 (0,9280) Euro.