Annäherung im US-Haushaltsstreit beflügelt die Börse

Nach drei etwas schwächeren Tagen hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag wieder zugelegt. Unterstützung kommt aus den USA, wo es erste Anzeichen einer Annäherung zwischen Demokraten und Republikanern im Haushaltsstreit gab. Bis zum Nachmittag gewann der Dax 1,34 Prozent auf 8631 Punkte und näherte sich wieder seinem Rekordhoch.

Das hatte er vor drei Wochen bei 8770 Punkten erreicht. Der MDax legte um 0,88 Prozent auf 15 098 Punkte zu, und der TecDax stieg um 1,03 Prozent auf 1080 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um 1,62 Prozent auf 2952 Punkte vor.

Medienberichten zufolge hatte US-Präsident Obama zu Gesprächen eingeladen, um den Verwaltungsstillstand zu beenden. Diskutiert wurde dabei wohl auch über eine zumindest kurzfristige Anhebung der Schuldengrenze. Händler Matt Basi von CMC Markets sprach von «einer Art Erleichterungsrally», obwohl eine Lösung im Etat-Streit noch nicht gefunden sei.

Händler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner verwies außerdem auf die nun offizielle Nominierung von Janet Yellen als künftige Notenbankchefin der USA als Kurstreiber. «Insgesamt sind die Themen zurzeit aber alle politisch, und daher von eher kurzlebiger Natur.» Nachhaltigeren Einfluss dürfte hingegen die Bilanzsaison haben.

Im Dax legten die Aktien von Infineon um 2,36 Prozent zu. Das Geschäft des Münchener Chipherstellers mit Bauteilen für Handys und Servern soll in den kommenden Jahren deutlich zulegen, wie Andreas Urschitz, Leiter der Sparte Power Management & Multimarket dem «Handelsblatt» sagte.

An der Index-Spitze gewannen die Commerzbank-Papiere knapp sechs Prozent. Laut Börsenbriefautor Hans Bernecker könnte sich womöglich ein ausländisches Institut für die Bank interessieren. Ähnlich lautende Spekulationen hatte es zuletzt allerdings immer wieder gegeben. Bislang wurden sie allesamt dementiert.

Bei den Fernsehsendern des Medienkonzerns ProSiebenSat.1 gab es einen Chefwechsel. Wolfgang Link wurde zum neuen Geschäftsführer der ProSiebenSat.1 TV Deutschland GmbH berufen und löst Jürgen Hörner ab. Zudem beurteilt die britische Bank HSBC die Aktien positiver als zuvor. Die ProSieben-Titel legten daraufhin als zweitstärkster MDax-Wert um 3,21 Prozent zu.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,46 Prozent am Vortag auf 1,51 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,18 Prozent auf 133,44 Punkte. Der Bund Future sank um 0,24 Prozent auf 139,82 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3532 (Mittwoch: 1,3515) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7390 (0,7399) Euro.