Anonyme Alkoholiker beklagen geringe Mitgliederzahlen

60 Jahre nach ihrer Gründung in Deutschland beklagen die Anonymen Alkoholiker (AA) geringe Mitgliederzahlen.

Anonyme Alkoholiker beklagen geringe Mitgliederzahlen
Arno Burgi Anonyme Alkoholiker beklagen geringe Mitgliederzahlen

Nach Angaben der Drogenbeauftragten der Bundesregierung gelten etwa 1,3 Millionen Menschen in Deutschland als alkoholabhängig, nur rund zehn Prozent von ihnen unterziehen sich einer Therapie. Die AA zählen deutschlandweit nur rund 25 000 Mitglieder.

Viele Alkoholkranken suchten keine Hilfe, sondern säßen «in der Kneipe» und söffen sich zu Tode, klagte AA-Mitglied Peter am Dienstag in München. Jedes Jahr sterben in Deutschland nach Angaben der Bundesregierung 74 000 Menschen an den direkten und indirekten Folgen ihres Alkoholmissbrauchs.

Die erste AA-Gruppe wurde 1935 in New York von einem Chirurgen und einem Börsenmakler gegründet, der Name kam erst später und geht auf einen Buchtitel aus dem Jahr 1939 zurück. Die erste deutsche Gruppe entstand vor sechs Jahrzehnten, im Jahr 1953. Damals riefen amerikanische Besatzungssoldaten in einer Zeitungsannonce zur ersten Versammlung am 1. November im Hotel Leopold in der Münchner Innenstadt auf.

Heute gibt es nach AA-Angaben rund 2400 Gruppen in ganz Deutschland, den größten Anteil (rund 32 Prozent) machen im deutschsprachigen Raum Mitglieder zwischen 51 und 60 Jahren aus, rund ein Drittel sind nach AA-Angaben Frauen. Mehr als 35 Prozent der Mitglieder sind Rentner, gefolgt von Angestellten und Beamten (24 Prozent) sowie Freiberuflern (11 Prozent).

Heute sehen die AA-Mitglieder weniger Ressentiments gegen Abhängige. «Früher fand Alkoholmissbrauch noch sehr viel mehr im Verborgenen statt», sagte AA-Mitglied Peter.