Anschlag auf Asylbewerber-Unterkunft bei Hameln

Mit einem Molotowcocktail haben unbekannte Täter einen Brandanschlag auf eine bewohnte Asylbewerber-Unterkunft in Salzhemmendorf bei Hameln verübt.

Anschlag auf Asylbewerber-Unterkunft bei Hameln
Kreisfeuerwehr Hameln-Pyrmont Anschlag auf Asylbewerber-Unterkunft bei Hameln

Der Brandsatz flog in der Nacht zum Freitag durch ein geschlossenes Fenster in die Wohnung in dem ehemaligen Schulgebäude. Eine Mutter und deren drei kleine Kinder aus Simbabwe, die im Nebenraum schliefen, blieben nach Angaben der Polizei unverletzt. Ein Teppich und eine Matratze gerieten in Flammen. In dem Gebäude leben mehr 30 als Flüchtlinge.

Auch in Sachsen hat es in einer weiteren Asylbewerberheim gebrannt. Die Ursache für das Feuer am Freitag in der bewohnten Unterkunft in Aue war zunächst unklar, die Polizei gab keine näheren Auskünfte. Laut einem Bericht der Chemnitzer «Freien Presse» wurde in dem Zusammenhang am Vormittag ein älterer Mann festgenommen. Nach Polizei-Angaben hatten Unbekannte bereits in der Nacht auf dem Gelände einen Müllcontainer angezündet.

Nach dem Anschlag im niedersächsischen Salzhemmendorf wurde die betroffene Flüchtlingsfamilie in einer anderen Unterkunft untergebracht und psychologisch betreut. Am Vormittag wollte sich Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) vor Ort ein Bild von dem Anschlag verschaffen. Die Polizei fahndet nach einem Fahrzeug, das am Tatort gesehen wurde. Sie will am Mittag bei einer Pressekonferenz in Hameln über den Ermittlungsstand berichten.

Salzhemmendorfs Bürgermeister Clemens Pommerening verurteilte die Tat. «Ich bin völlig fassungslos, niemand hätte sich vorstellen können, dass bei uns so etwas passiert», sagte der parteilose Politiker der Deutschen Presse-Agentur. «Bei uns herrscht gelebte Willkommenskultur.» Es habe nichts darauf hingedeutet, dass in Salzhemmendorf etwas Vergleichbares hätte passieren können.

Auch für die Polizei kam der Brandanschlag unerwartet: «Es gibt in Salzhemmendorf und auch im gesamten Landkreis keine rechte Szene», sagte Polizeisprecher Jens Petersen. Es habe im Ort und in anderen Kommunen der Region in der Vergangenheit keine fremdenfeindliche Aktionen gegeben. Möglicherweise handele es sich um die Tat eines Einzelnen.