Anti-IS-Koalition richtet sich auf langen Kampf ein

Die internationale Allianz gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) rüstet sich für einen jahrelangen Kampf. «Jeder weiß, dass es ein langer Weg ist», sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier bei einem Treffen der Koalition in Brüssel.

Anti-IS-Koalition richtet sich auf langen Kampf ein
Olivier Hoslet Anti-IS-Koalition richtet sich auf langen Kampf ein

Immerhin sei es bereits gelungen, den IS-Vormarsch im Irak und Syrien zu bremsen. Überraschend griff nach US-Angaben erstmals der nicht an dem Bündnis beteiligte Iran den IS im Irak an.

Die Anti-IS-Koalition unter Führung der Vereinigten Staaten hatte sich Anfang September mit zunächst fünf westlichen und fünf arabischen Staaten zusammengefunden, um den Vormarsch und die Schreckensherrschaft der Extremisten im Irak und in Syrien zu stoppen. Inzwischen gehören der Koalition etwa 60 Staaten an. Rund ein Dutzend Nationen fliegen Luftangriffe. Deutschland unterstützt die kurdischen Anti-IS-Kämpfer mit Waffen und Ausbildung und Flüchtlinge mit Hilfsgütern.

Steinmeier sagte, eine Ausweitung der Ausbildungshilfe für die Peschmerga werde erwogen, eine Entscheidung könnte noch vor Weihnachten fallen. Bereits zugesagt hat das Auswärtige Amt 40 Millionen Euro für weitere Nahrungsmittelhilfe an rund zwölf Millionen Flüchtlinge in der Krisenregion.

US-Außenminister John Kerry würdigte die breite internationale Zusammenarbeit gegen die sunnitischen Extremisten. «Der IS ist eine Bedrohung und eine Gefahr für die Werte von uns allen», sagte Kerry.

Zur Koalition gehören neben Nato-Ländern wie Deutschland und den USA auch islamische Länder wie Saudi-Arabien oder die Türkei. Der Kampf werde so lange dauern, wie es notwendig sei - vermutlich Jahre, sagte auch Kerry. Ziel des Brüsseler Treffens war es, den militärischen Kampf zu koordinieren und eine gemeinsame Strategie zu finden, um den sunnitischen Extremisten auch politisch das Wasser abzugraben.

Kurz vor Beginn des Treffens berichteten die USA, dass erstmals auch iranische Kampfflugzeuge im benachbarten Irak IS-Stützpunkte angegriffen hätten. Eine Sprecherin des iranischen Außenamts bezeichnete die US-Angaben als «nicht genau» und «daher auch nicht korrekt». Ein klares Dementi gab sie jedoch nicht ab.

Teherans Strategie stützte sich bislang auf die militärische Beratung der irakischen Streitkräfte, nicht auf direkte Einsätze. Der Iran gehört nicht zu dem Bündnis, da sich die USA bisher gegen eine Beteiligung Teherans gesträubt haben.