Anti-Terror-Einsatz in Saint-Denis

Denis (dpa) - Die Pariser Staatsanwaltschaft hat eine Tote bei dem Anti-Terror-Einsatz der Polizei in Saint-Denis bestätigt. Eine in der Wohnung verschanzte Frau habe sich in die Luft gesprengt, teilte die Behörde mit.

Anti-Terror-Einsatz in Saint-Denis
Etienne Laurent Anti-Terror-Einsatz in Saint-Denis

Drei Männer seien in der Wohnung festgenommen worden. Zuvor war von zwei Toten die Rede gewesen.

Bei der Razzia wurden laut AFP auch mehrere Polizisten verletzt. Der Zugriff richtete sich gegen den als Drahtzieher der Anschläge mit 129 Todesopfern gesuchten Islamisten Abdelhamid Abaaoud. Dies berichteten mehrere französische Medien unter Berufung auf Ermittler.

Nach einem mehrstündigen Einsatz seit dem frühen Morgen hieß es zunächst, ein Verdächtiger halte sich noch verschanzt. «Die Aktion ist dabei, beendet zu werden», teilte Justizministerin Christiane Taubira gegen 8.00 Uhr auf Twitter mit. Ein Polizeisprecher wollte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur keine Angaben zu der Operation der Spezialkräfte machen, solange diese noch andauere.

Der Einsatz spielte sich in einem Viertel im Zentrum des nördlichen Pariser Vororts ab, das nur etwa eineinhalb Kilometer vom Stade de France entfernt liegt. Dort hatten sich am Freitag als Teil der blutigen Terrorwelle drei Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt.

Die Polizei rief die Menschen in der Gegend auf, zu Hause zu bleiben. Die Stadt Saint-Denis kündigte an, die Schulen in dem Bereich blieben geschlossen. In den Straßen bezogen zahlreiche Soldaten Stellung.