Anti-Terror-Ermittlungen nach Geiselnahme in Frankreich

Zwei Angreifer sind in Nordfrankreich während einer Messe in ein Gotteshaus eingedrungen und haben dort eine Geisel getötet.

Anti-Terror-Ermittlungen nach Geiselnahme in Frankreich
Alice Patalacci Anti-Terror-Ermittlungen nach Geiselnahme in Frankreich

Eine weitere Geisel wurde in der Kirche in Saint-Étienne-du-Rouvray bei Rouen schwer verletzt, wie der Sprecher des Pariser Innenministeriums, Pierre-Henry Brandet, dem Sender France Info sagte. Die Polizei habe die beiden Täter erschossen. Nach dem Tod der Geisel ermittelt die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft.

«Zu einem Zeitpunkt sind die beiden Angreifer aus der Kirche herausgekommen und wurden von der Polizei neutralisiert», sagte Brandet. Premierminister Manuel Valls sprach auf Twitter von einer «barbarischen Attacke».

Die Pariser Staatsanwaltschaft eröffnete eine Untersuchung, wie die Behörde mitteilte. Nähere Angaben zum Grund für den Terrorverdacht nannte sie nicht. Präsident François Hollande und Innenminister Bernard Cazeneuve wollten umgehend an den Tatort reisen.

Bei dem Toten soll es sich um den Pfarrer der Kirche handeln, wie die Zeitung «Le Figaro» unter Berufung auf Polizeikreise berichtete. Die Geiselnehmer seien mit Hieb- oder Stichwaffen bewaffnet gewesen.

Frankreich war in den vergangenen eineinhalb Jahren immer wieder das Ziel schwerer Anschläge. Zuletzt tötete ein 31-Jähriger 84 Menschen, als er am Nationalfeiertag mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge auf dem Strandboulevard von Nizza raste. Die Polizei erschoss den Mann. Seit den verheerenden Pariser Terrorattacken vom 13. November gilt im Land der Ausnahmezustand, in Paris patroullieren teilweise schwer bewaffnete Soldaten.