Anwälte von Michael Browns Familie üben scharfe Kritik an Prozess

Die Anwälte der Familie von Michael Brown haben die juristische Aufarbeitung der tödlichen Polizeischüsse auf den schwarzen Jugendlichen scharf kritisiert.

Der Prozess sei «vollkommen unfair» gewesen, sagte Benjamin Crump am Dienstag in St. Louis.

Der Staatsanwalt Robert McCulloch habe eine enge Beziehung zur lokalen Polizei in Ferguson (Missouri) und sei eine völlige Fehlbesetzung gewesen. Daher habe man schon gegen seine Einsetzung protestiert und einen unabhängigen Ermittler gefordert, bevor die Geschworenenjury im August ihre Arbeit aufnahm.

Der Anwalt Anthony Gray erklärte, die Beweise seien von der Staatsanwaltschaft bewusst auf eine Weise präsentiert worden, damit der Polizist Darren Wilson nicht angeklagt werde. Viele Fragen an die Zeugen seien zynisch und sarkastisch gewesen. Er betonte, dass die Ermittlungen der Bundesbehörden gegen den Beamten noch nicht abgeschlossen seien.

Dass McCulloch alle Unterlangen der eigentlich geheimen Jury-Sitzung öffentlich machte, sei ein Trick. «Wenn man etwas wirklich verstecken will, dann versteckt man sie vor aller Augen», sagte Gray.