Apple-Chef Tim Cook: «Ich werde mein Vermögen spenden»

Auf der Liste der reichsten Menschen der Welt sucht man Apple-Chef Tim Cook bislang vergebens. Er gehört seit Jahren zu den einflussreichsten Topmanagern in den USA, macht sich aber nicht viel aus Geld und den Statussymbolen der Superreichen.

Mit einem geschätzten Vermögen von immerhin rund 800 Millionen Dollar - wenn man Aktienoptionen einrechnet - schafft es Cook nicht einmal in das von Microsoft-Gründer Bill Gates angeführte Milliardärs-Ranking der Zeitschrift «Forbes».

Doch wie Gates will Cook bis zu seinem Lebensende sich von seinem Geld trennen und fast alles für wohltätige Einrichtungen spenden. Das kündigte Cook in einem Interview mit der Zeitschrift «Fortune» an.

Cook (54) hatte vor gut dreieinhalb Jahren die Position des Apple-Chefs vom schwer erkrankten Mitbegründer Steve Jobs übernommen, der dann im Oktober an den Folgen seiner Krebserkrankung starb. Seitdem hat der gebürtige Texaner immer wieder politische und gesellschaftliche Akzente gesetzt, auf die sein Vorgänger verzichtet hatte. Ein Signal setzte Cook zuletzt mit der öffentlichen Erklärung, dass er homosexuell ist. Das Statement, das zumindest im konservativen Teil der US-Gesellschaft für Aufsehen sorgte, sei bei den Beschäftigten von Apple ein «Yawner» gewesen, sagt Cook - eine Geschichte, über die man nur gähnen kann.

Das politische und gesellschaftliche Engagement geht aber über das Thema Homosexualität hinaus. Cook setzte sich beispielsweise öffentlich dafür ein, den Klimawandel zu stoppen, was sich in den USA kaum ein Konzernchef traut.

Bei Apple führte er die Regel ein, dass sich die Firma an philanthropischen Aktivitäten seiner Beschäftigten beteiligt. Gleichzeitig verschärfte Cook die Untersuchung der Arbeitsumstände bei den Apple-Partnern weltweit, insbesondere bei Zulieferbetrieben in Asien, die auch nach dem Tod von Steve Jobs in der Kritik stehen.

Mit der Ankündigung, sein Vermögen spenden zu wollen, reiht sich Cook in einen Reigen viel reicherer IT-Magnaten ein. Bill Gates verfügt derzeit über knapp 80 Milliarden Dollar und wird bis zu seinem Lebensende Schritt für Schritt sein komplettes Vermögen der Gates-Stiftung hinterlassen, die vor allem weltweit gegen ansteckende Krankheiten kämpft. In die Reihe der philanthropisch orientierten Technologie-Milliardäre gehören aber auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, GoPro-Gründer Nick Woodman und Google-Mitbegründer Larry Page.

Doch nicht alle Superreichen aus der IT-Branche fahren diesen Kurs: Ex-Microsoft-Boss Steve Ballmer beispielsweise steckte einen Teil seines Vermögens erst einmal in die Übernahme des Basketballclubs LA Clippers. Oracle-Gründer Larry Ellison investierte zunächst in sein Segel-Team beim America's Cup und gönnte sich Yacht, Flugzeug und eine Privatinsel.

Doch auch Ellison will bis zu seinem Tod 95 Prozent seines Milliarden-Vermögens für Wohltätige Zwecke spenden. Das hat er zumindest im Rahmen der philanthropischen Kampagne «The Giving Pledge» von Bill Gates und Warren Buffett versprochen.