Arbeiten an Unglücksstelle gehen weiter

Nach dem Flugzeug-Absturz in den französischen Alpen haben die Einsatzkräfte ihre Arbeit an der schwer zugänglichen Unglücksstelle wieder aufgenommen. Über die Ursachen für eine der schwersten Katastrophen in der deutschen Luftfahrtgeschichte mit 150 Toten ist weiterhin nichts bekannt.

Arbeiten an Unglücksstelle gehen weiter
Alessandro Vecchi Arbeiten an Unglücksstelle gehen weiter

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird für 14 Uhr am Ort des Absturzes erwartet und will dort den spanischen Regierungschef Mariano Rajoy und Frankreichs Präsident François Hollande treffen.

Neben den wohl 67 deutschen Opfern waren auch Passagiere aus Spanien, Großbritannien, Dänemark, Australien, Israel, Mexiko, Kolumbien, Argentinien und Japan an Bord. US-Präsident Barack Obama und Papst Franziskus drückten den Angehörigen ihr Beileid aus. Beileidsbekundungen kamen auch aus zahlreichen anderen Ländern.

In dem 1200-Einwohner-Ort Seyne-les-Alpes trafen am Dienstag neben den Rettungskräften auch zahlreiche Journalisten vor allem aus Deutschland und Spanien ein. Mehr als 300 Polizisten und 380 Feuerwehrleute seien im Einsatz, berichtete die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch. Zwischen 5.30 und 6.00 Uhr sollten 30 Mitglieder einer Gebirgsstaffel der Polizei mit dem Hubschrauber in dem zerklüfteten Tal, in dem die Flugzeugtrümmer liegen, abgesetzt werden. Ein rund 65 Mann starker Bergungstrupp brach zu Fuß in das unwegsame Gebiet an der Absturzstelle auf. Sie sollten bei Regen und Temperaturen von rund fünf Grad in der Bergregion campieren.

Die Behörden befürchten schwierige Bergungs- und Ermittlungsarbeiten. «Man muss vermeiden, dass wichtige Indizien zerstört werden», sagte ein Sprecher des französischen Innenministers Bernard Cazeneuve und betonte, es sei wichtig, Schaulustige fernzuhalten. «Man muss auch eine Art morbiden, makaberen Tourismus vermeiden», sagte er.

Erklärungen für den Absturz des Airbus A320 der Lufthansa-Tochter Germanwings, der auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf war, fehlten noch immer. Lufthansa-Chef Carsten Spohr schloss einen Zusammenhang zwischen der Reparatur des Flugzeuges am Tag zuvor und dem Absturz aus. Dabei sei es nur um die Geräuschbelastung gegangen, nichts Sicherheitsrelevantes. «Das Flugzeug war in hervorragendem technischen Zustand», sagte Spohr am Dienstag in Frankfurt/Main.

Nach Angaben der französischen Behörden hatte die Flugüberwachung kurz vor dem Crash noch vergeblich versucht, Kontakt zu den Piloten aufzunehmen. Erste Informationen zum Ablauf des Unglücks erwarten die Ermittler von einem Flugschreiber, der bereits geborgen wurde. Unklar blieb zunächst, ob der Flight Data Recorder (FDR) oder der Cockpit Voice Recorder (CVR) geborgen wurde. Das erste Gerät zeichnet technische Daten zum Flug auf, das zweite registriert Geräusche in der Pilotenkabine.

«Das Einzige, was ich sagen kann, ist, dass dieser schnelle Höhenverlust des Flugzeugs für den Augenblick unerklärt bleibt», sagte der Staatsanwalt von Marseille, Brice Robin, dem Fernsehsender BFM TV. Um 11 Uhr wollte sich Robin bei einer Pressekonferenz äußern. Seine Behörde hat wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung Ermittlungen aufgenommen.