Arbeitsagentur dämpft Erwartungen bei Jobs für Flüchtlinge

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) dämpft Erwartungen, Asylbewerber rasch in den deutschen Arbeitsmarkt integrieren zu können.

Es werde nur in Einzelfällen gelingen, Asylbewerber bereits nach drei Monaten einen Arbeitsplatz zu vermitteln, sagt BA-Vorstand Raimund Becker der Tageszeitung «Die Welt». Asylbewerber dürfen inzwischen nach dreimonatigem Aufenthalt in Deutschland arbeiten. In den ersten 15 Monaten müssen die Arbeitsagenturen aber prüfen, ob die Stelle nicht auch mit einem Deutschen oder einem EU-Bürger zu besetzen ist.

Nach Beckers Einschätzung sind zwar Motivation und Arbeitswillen der Flüchtlinge groß. Doch fehlten die nötigen Sprachkenntnisse und Qualifikationen. «In der Regel sprechen Flüchtlinge nach drei Monaten nicht genügend Deutsch, um einen Arbeitsplatz antreten zu können», sagte Becker. «Es hakt auch vielfach an den mitgebrachten Qualifikationen, die nicht passen, um nachhaltig im Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.»

Die Anerkennung der Qualifikation gestalte sich «nicht immer einfach», kritisierte der BA-Vorstand. «Hier sollten wir uns über praktikablere Lösungen für schnellere und reibungslosere Anerkennungsverfahren Gedanken machen», sagte Becker dem Blatt.